Ist Glyphosat ein schleichendes Gift, weil es sich wie die Aminosäure Glycin verhält?

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Dr. Stephanie Seneff, MIT Boston

Wie berichtet wurde, soll das Thema Glyphosat eine prominente Rolle in den Sondierungsgesprächen zur Bildung einer neuen Bundesregierung gespielt haben. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Debatte einzig um die Frage der möglichen Krebs erregenden Wirkung von Glyphosat zu drehen scheint. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass politische Entscheidungsträger wie auch die Öffentlichkeit verstehen: mit hoher Wahrscheinlichkeit gehen die Gefahren von Glyphosat weit über Krebserkrankungen hinaus. Die wissenschaftliche Literatur enthält umfangreiche Hinweise darauf, dass solche Gefahren bestehen. Dieser Beitrag stellt zusammenfassend einen möglichen toxischen Effekt vor, durch den Glyphosat die menschliche Gesundheit empfindlich stören und so zu einer Vielzahl schwerer heimtücksicher Erkrankungen führen kann.

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Alzheimer: »Fokus auf die Ursachen legen, dann ist Verbesserung möglich«

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Dr. Dale Bredesen, Alzheimer-Forscher und Professor für Neurologie an der UCLA

Das Interview mit Dr. Dale Bredesen über sein Buch The End of Alzheimer’s hat folgenden Wortlaut:

Vitalstoff.Blog: Guten Tag, guten Abend, Sir! Dr. Dale Bredesen! Ich bin sehr froh, Sie heute als Gast begrüßen zu können für diese Aufzeichnung für Vitalstoff-blog.de in Deutschland. Unser Publikum weiß, dass es hier jede Menge Informationen rund um ganzheitliche Gesundheit gibt. 

Ich bin sehr dankbar, dass wir heute über Ihr faszinierendes Buch reden können. Der Titel des Buches lautet »The End of Alzheimer’s« und in Deutschland wird es im kommenden Mai erscheinen. Doch wir haben das Glück, heute bereits mit Ihnen über das Buch sprechen zu können. Ein sehr herzliches Willkommen an Sie, Dr. Dale Bredesen!

Dale Bredesen: Vielen Dank, Uwe, dass wir miteinander reden!

VB: Sehr geehrter Dr. Bredesen, vielleicht ist es sinnvoll, dass Sie einmal den Hintergrund erläutern, wie es zu diesem Buch gekommen ist.
Sie beschäftigen sich bereits seit Anbeginn Ihrer beruflichen Karriere mit Neurologie. Haben wir das richtig verstanden?

Dr. Bredesen: Ja, das stimmt. Ich habe einen klassisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund. Ich habe an den Universitäten Cal Tech und MIT gearbeitet, und habe mich dann nach dem Medizinstudium der Neurologie zugewendet. Mich haben die Grundlagen der Erkrankungen des Gehirns interessiert. Die Labors, in den ich geforscht habe, haben mehr als 220 Aufsätze dazu publiziert alle zum Thema Degeneration des Gehirns.

Die Frage, die wir in den vergangenen 30 Jahren versucht haben zu beantworten, lautete: ist es möglich, das Phänomen der Erkrankungen zu verstehen, die sich im Gehirn ergeben, also: Alzheimer Demenz, oder ALS, oder Huntington’s oder anderen Erkrankungen. Und zwar so grundlegend, dass es uns gelingen würde, die erste wirksame Behandlung dieser Krankheiten zu entwickeln. Denn Sie wissen: Dies ist ganz sicher das Gebiet in der Medizin, in dem wir unsere größten Niederlagen haben hinnehmen müssen.

Es gibt Therapien für Krebs, die durchaus einige Erfolge verzeichnen konnten, Therapieansätze für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber für neuro-degenerative Erkrankungen gibt es das bisher nicht.
Also haben wir uns gefragt: Warum ist das so? Warum treten diese Dinge so häufig auf? Immerhin ist Alzheimer die dritthäufigste Todesursache in den USA
In Großbritannien ist Demenz die häufigste Todesursache. Die damit verbundenen Probleme sind weltumspannend und verursachen Schäden von vielen Milliarden Dollar! Die Frage war also: was haben wir übersehen? Was ist uns entgangen auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten? Alzheimer: »Fokus auf die Ursachen legen, dann ist Verbesserung möglich« weiterlesen

Forscher empfiehlt: »Werte wie ein Spitzensportler«

Das Interview mit Dr. Dale Bredesen wird auf lange Sicht zu den Highlights der Arbeit für das Vitalstoff.Blog zählen zählen. Es kam auf Empfehlung von Dr. Steven Gundry zustande, dessen Buch The Plant Paradox von medizinischen Praktikern als „bahnbrechend“ für das Verständnis des Zustandekommens von komplexen modernen Erkrankungen betrachtet wird. Auch Dale Bredesen hat ein Buch geschrieben, welches bereits in den ersten Wochen seit Erscheinen für viel Furore gesorgt hat: The End of Alzheimers,  das Ende von Alzheimer, lautet der Titel. Darüber habe ich mit ihm in einem exklusiven Interview sprechen können. Forscher empfiehlt: »Werte wie ein Spitzensportler« weiterlesen

»Medizin der Zukunft«

Es geschieht nicht alle Tage, dass sich die Gelegenheit bietet, mit einem Wissenschaftler zu sprechen, der bei zwei Nobelpreisträgern gelernt hat. Dale Bredesen ist möglicherweise selbst ein Kandidat für diese höchste wissenschaftliche Weihe. Er forscht seit dreißig Jahren über die Entstehung von Demenz. „Mein Ziel war es,“ sagt er im Gespräch, „das eine Mittel zu erfinden, mit dem man Demenz heilen könnte.“ Bredesen sagt dies, um zu erklären, wie sich sein klassisches Wissenschaftsverständnis im Laufe dieser Arbeit gewandelt hat. So, wie es möglich war, mit der Erfindung von Penicillin die Infektionskrankheiten des 20. Jahrhunderts zu besiegen, wollten Bredesen und seine Kollegen (er ist heute Professor für Neurologie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, UCLA) diese „goldene Kugel“ schaffen, mit dem der Feind, die Alzheimer-Erkrankung, besiegt werden kann. „Heute weiß ich, dass es diese goldene Kugel nicht gibt. Allenfalls gibt es eine goldene Ladung Schrot. Denn die komplexen Erkrankungen unserer Zeit wie Krebs und Alzheimer haben je Patient viele Ursachen. Und wir tun gut daran, diese Ursachen in den Blick zu nehmen!“ Dr. Bredesen hat das RECODE-Protokoll entwickelt, mit dem sich die als irreversibel fortschreitende Alzheimer-Erkrankung nicht nur stoppen, sondern zurück entwickeln ließ. Im Gespräch mit dem Vitalstoff-Blog erläutert Dr. Bredesen, dass Mikronährstoffe in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen.

Hier ein Auszug aus dem Interview mit Dale Bredesen, dessen Buch »Die Alzheimer-Revolution« im Mai in Deutscher Sprache erscheint.

Das vollständige Interview mit Dr. Bredesen wird in Kürze auf dem Vitalstoff-Blog-YouTube-Kanal veröffentlicht werden, wenn die Erstellung deutscher Untertitel abgeschlossen ist.

Lektine und der Mensch

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Dr. Steven Gundry im Interview über sein Buch “The Plant Paradox”. Es erscheint im März unter dem deutschen Titel “Böses Gemüse”

Es ist paradox, im wahrsten Sinne des Wortes: Gemüse enthält viele Vitamine und Mineralien – und kann doch ungesund sein. Ebenso Vollkorn: eine hohe Nährstoffdichte und trotzdem können ernsthafte Erkrankungen die Folge von Verzehr von Getreide des vollen Korns sein. Wie kann das sein? Es macht doch keinen Sinn, oder doch?

In einem exklusiven Interview mit dem Vitalstoffblog erläutert der Arzt und ehemalige Universitätsprofessor für Kardiologie, Dr. Steven Gundry, die Logik hinter seinem Buch “The Plant Paradox”, welches am 5. März unter dem leicht provokanten Titel “Böses Gemüse” beim Beltz Verlag in deutscher Sprache erscheinen soll. Lektine und der Mensch weiterlesen

Die Frucht vom Baum der Erkenntnis

Mindestens so spannend wie paradox: Nicht jedes Gemüse ist ein Gemüse. Und nicht alles ist gesund, was wir für gesund halten. Erklärt im neuen Buch von Dr. Steven R. Gundry

Du bist, was du isst. Auf diesen Nenner lässt sich vereinfacht die Lehre des Hippokrates bringen. Ein neues Buch über “verborgene Gefahren in gesunder Nahrung” gibt diesem Satz nun eine ganz neue Bedeutung: nicht nur Junk Food im Sinne von industriell verarbeiteten Lebensmitteln bergen Gesundheitsrisiken. Auch einiges, was wir bisher als gesundes Gemüse bezeichnet haben, ist für den menschlichen Stoffwechsel und unser Immunsystem problematisch. Steven Gundry heisst der Autor, und er ist als Herzchirurg und Immunologe ausgebildet, was es Kritikern schwer macht, sein Buch The Plant Paradox (Pflanzliches Paradoxon) als Quatsch abzutun. Noch ist es nicht auf deutsch verfügbar, daher folgt hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Kapitel.

Wer nach Stimmen zu dem Buch sucht, stößt entweder auf völlige Begeisterung, oder auf totale Ablehnung. Dazwischen gibt es wenig. Ablehnung erfährt Gundry vor allem für die – verkürzte – These, dass Lektine krank machen. Lektine sind Signalmoleküle, die überall vorkommen, daher könnten sie nicht die von Gundry beschriebenen Probleme verantwortlich sein. Schliesslich sei nicht jeder Mensch krank, obwohl jeder Mensch Lektine zu sich nehme. Diese Argumentationsweise ist ähnlich jener bei Gluten: da nur wenige Menschen an Zölliakie erkranken, aber fast alle Menschen Gluten essen, sei Gluten nicht das Problem.

Also alles nur ein hysterischer Unsinn, den eine fehlgeleitete Öffentlichkeit von ideologischen Aktivisten eingetrichtert bekommt? Die Frucht vom Baum der Erkenntnis weiterlesen