»Glyphosat ist das Feindbild schlechthin«

Alles ganz harmlos? Der für Pflanzenschutz zuständige Vorstand der Bayer AG, Liam Condon, hat dem Berliner Tagesspiegel ein Interview gegeben. Auf einer halben Zeitungsseite in der Printausgabe, Grundpreis einer gleichgroßen Anzeige im redaktionellen Teil etwa 20.000 EUR, ist der Manager bemüht, die Bedenken gegen Glyphosat zu zertreuen, das mit der Monsanto-Übernahme wohl umstrittendste Produkt des Chemiegiganten. Bezeichnenderweise betont der Tagesspiegel die Sprachbegabung des gebürtigen Iren. Eine Sprache hat der Beitrag jedoch unerwähnt gelassen, die in den Antworten ganz offensichtlich zum Einsatz gekommen ist: Die Sprache der Verharmlosung. Anlass genug, im Folgenden sieben Korrekturen bzw. Ergänzungen hinzu zu fügen, damit sich interessierte Leser eine eigene Meinung zu Glyphosat bilden können.

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»Zucker macht süchtig«

Dr Robert Lustig
»Brainwashed« – Gezielte Strategie zur Manipulation menschlicher Entscheidungen im Gehirn wirft Dr. Robert Lustig insbesondere der Nahrungsmittelindustrie vor. Sein jüngstes Buch ist im Riva-Verlag erschienen

Wenn einer der weltweit renommiertesten Forscher über die Ursachen von Zucker und industriell verarbeiteter Nahrung auf die menschliche Gesundheit nach Deutschland kommt, darf man sich die Gelegenheit zum direkten Gespräch nicht entgehen lassen. Vitalstoffblog-Herausgeber Uwe Alschner sprach mit Professor Dr. Robert Lustig (UCSF) über seine Arbeit, seinen Weg von der Kinder-Endokrinologie zur Erforschung von Zucker und über sein jüngstes Buch »Brainwashed«.

Das Interview mit Professor Dr. Robert Lustig hat folgenden Wortlaut: »Zucker macht süchtig« weiterlesen

Was Zucker und Tabak gemeinsam haben

Robert Lustig #ZRG2018
Beharrlich ignoriert. Obwohl Dr. Robert Lustig (Vordergrund rechts) direkt in seinem Sichtfeld saß und kurz zuvor die Gefahren von Zucker präsentiert hatte, tat der Repräsentant der Zuckerindustrie (links) auf dem Podium des Zucker-Reduktions-Gipfels der AOK so, als gebe es nicht eindeutige Belege, die eine Regulierung von Zucker dringend nahelegen.

Weil die Kosten für die Behandlung von Krankheiten wie Diabtes, Herzinfarkt, Krebs oder Alzheimer immer weiter steigen und die Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme bedrohen, kommt der Prävention eine immer größere Bedeutung zu. Auch die Krankenkassen Gesundheitskassen haben erkannt, dass die Steigerung von Versichertenzahlen nur dann Sinn macht, wenn die Kosten pro Versicherten nicht schneller steigen. Zucker enthält bereits nach landläufiger Meinung „leere Kalorien“ ohne weiteren Nährwert und wird mit Übergewicht, Diabetes und schlechter Zahngesundheit in Verbindung gebracht. Um den Zuckeranteil in Lebensmitteln und damit das Risiko von Folgeerkrankungen zu senken, hat der AOK-Bundesverband in dieser Woche in Berlin den 2. Zucker-Reduktions-Gipfel #ZRG2018 ausgerichtet. Was Zucker und Tabak gemeinsam haben weiterlesen

12 Pfeiler der Gesundheit

Gesundheit, das ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit als den Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Dieser Zustand wird nicht einmalig erreicht, sondern ist ein Wert, der täglich neu gefestigt werden will.

Wie wertvoll Gesundheit tatsächlich ist, spüren wir erst dann, wenn es uns nicht mehr gut geht, und sich das Wohlbefinden auch durch die sprichwörtliche „gute Mütze Schlaf“ oder einen „ordentlichen Teller von Omas Suppe“ nicht wieder einstellen will.

Und auch wenn wir immer noch eines der besten Gesundheitswesen auf der Welt haben, so ist es doch nicht zu leugnen, dass wir an einem Scheidepunkt angekommen zu sein scheinen: immer mehr Menschen erkranken in immer jüngeren Jahren an den sogenannten Zivilisationskrankheiten. Hinter diesem Begriff verbergen sich Krebs, Herzinfarkt, Diabetes, Rheuma, oder Demenz, und sie alle haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine Gemeinsamkeit: Es sind Erkrankungen des westlichen Lebensstils. Und sie stellen unsere Gesellschaft vor gewaltige Herausforderungen, finanziell und organisatorisch.

Um so wichtiger ist es, dass wir uns darauf besinnen, was wir selbst tun können, um gesund zu bleiben. Dwight McKee, ein amerikanischer Onkologe, der seit langem dafür wirbt, dass Menschen nach einer Krebsdiagnose einen Anspruch auf Reha-Leistungen erhalten sollten, um über eine Veränderung des Lebensstils ihr Rückfall-Risiko zu minimieren, nennt 12 Grundpfeiler der Gesundheit, die wir alle beachten können. Ganz egal, ob wir uns von einer Erkranung erholen oder dem Entstehen von Krankheit bestmöglich vorbeugen wollen.

Die zwölf Pfeiler der Gesundheit sind: 12 Pfeiler der Gesundheit weiterlesen

Warum wir dick werden? Fett ist es nicht!

Gary Taubes ist ein Journalist mit einem Gespür für eine „gute Geschichte“. Er ist es gewohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu hinterfragen. In seinem neuesten Buch in deutscher Sprache, recherchierte er die Frage, „warum wir dick werden“. Darüber, und über sein jüngstes Buch in englischer Sprache, hat Gary Taubes dem Vitalstoff.blog ein Interview gegeben, das nun mit deutschen Untertiteln (Einstellung im YouTube-Video) verfügbar ist. Spoiler-Alert: Es ist nicht das Fett, was uns fett macht. Auch nicht Kokosöl…

Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr

Don Huber Interview 2018
Don. M. Huber, Professor em. Purdue University, im VB-Interview über die Gefahren durch Glyphosat

In diesen Tagen macht die Mega-Fusion des Chemiegiganten Bayer mit dem US-amerikanischen Produzenten von Saatgut, Monsanto, erneut Schlagzeilen. Die Wirtschaftspresse sorgt sich um hohe Auflagen, die den Schwindel erregenden Kaufpreis von 60 Milliarden Dollar noch fragwürdiger machen. Negativ falle auch das schlechte Image von Monsanto ins Gewicht. Dieses schlechte Image, welches Bayer nun übernehme, rühre her von Monsantos Engagement als Hersteller von gentechnisch veränderten Pflanzen (GMO) und als Hersteller des Herbizids Glyphosat, gegen das die GMO-Pflanzen des Unternehmens resistent gemacht wurden.

Umwelt- und Verbraucherschützer sehen das Risiko (neben der Gentechnik) vor allem in der Substanz Glyphosat selbst. Es hat sich ein Streit darüber entwickelt, ob Glyphosat nun besonders vorteilhaft sei (wie Monsanto und nun auch Bayer denken dürften), oder ob die Substanz gefährlich sei (worüber wir hier und hier auch bereits berichtet haben).

Was Glyphosat eigentlich ist, wie die Substanz wirkt, findet öffentlich bislang wenig Beachtung. Fragen im Zusammenhang mit der Neuzulassung von Glyphosat in der Europäischen Union im Jahr 2017 drehte sich vorwiegend um die mögliche Krebs erregende Wirkung von Glyphosat. Anlass genug, sich mit dem Wissenschaftler zu unterhalten, der im Jahr 2011 weltweit Schlagzeilen machte, als er den damaligen US-Agrarminister vor den Gefahren von Glyphosat warnte: Professor em. Dr. Don Huber.

Im Gespräch mit Vitalstoff.Blog erläutert Don Huber die spezielle Problematik von Glyphosat. Die Substanz, so Huber, wirkt nicht primär tödlich, sondern zerstört zahlreiche Enzymprozesse durch eine Bindung des Moleküls an essentielle Co-Faktoren dieser Enzyme. Diese Co-Faktoren sind einfache Mineralien und Spurenelemente, welche für die Immunabwehr von Pflanzen nicht mehr verfügbar sind, wenn Glyphosat angewendet wird. Die Pflanzen sterben durch „eine verschärfte Form von AIDS“, also eine Immunschwäche. Auch Bakterien werden durch Glyphosat berührt, und zwar in doppelter Hinsicht: nützliche Bakterien, auf die auch Menschen angewiesen sind, werden getötet, während schädliche Pathogene gefördert werden. Die Folgen der Veränderung nennt Huber „dramatisch“ – auch für Menschen und Tiere! Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr weiterlesen

»Follow the Money«

»Follow the Money« ist ein berühmtes Zitat aus dem Watergate-Thriller „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffmann und Robert Redford. Hier verwendet Professor emeritus Don Huber dieselbe Formulierung im Interview mit Vitalstoff.Blog-Herausgeber Uwe Alschner auf die Frage nach den Ursachen, weshalb über Gefahren des Totalherbizids Glyphosat wenig und kaum differenziert diskutiert wird. Huber: Es ist eine Menge Geld im Spiel. Gerade erst hat das US-Justizmininsterium die Fusion von Bayer und Monsanto für 60 Milliarden Dollar unter Auflagen genehmigt.
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