»Social Distancing wird zu mehr Toten führen!«

Wir setzen die Dokumentation des Wortlauts eines Interviews fort, welches Prof. Dr. Knut M. Wittkowski dem TPP-Projekt gegeben hat, und in dem er sich kritisch mit den Maßnahmen zur Eindämmung des SARS-Corona-2-Virus auseinandersetzt.

In diesem Abschnitt spricht Professor Wittkowski unter anderem über die Bedeutung von gemeldeten Fallzahlen, über die Konsequenzen der Ausdehnung einer Atemwegserkrankung und darüber, weshalb Containment-Strategien für respiratorische Viren scheitern müssen.

Über mehr als 20 Jahre war Professor Wittkowski als Biostatistiker und Modeller an der Rockefeller University in New York City tätig. Zuvor hatte er sich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen unter Professor Dietz einen Namen in der Erforschung der von HIV ausgelösten AIDS-Erkrankung einen Namen gemacht.

Prof. Dr. Knut Wittkowski: Ich habe mich mit der von einigen geäußerten Behauptung auseinandergesetzt, dass in China und Südkorea die soziale Distanzierung erfolgreich zur Kontrolle der Epidemie beigetragen habe. Ich habe mir die Daten angesehen, wann man dort tatsächlich mit der sozialen Distanzierung begonnen hat. In China erreichte die Epidemie in der Zeit vom 1. bis 5. Februar ihren Höhepunkt. Aber die Schulen wurden erst am 20. Februar, also zwei Wochen später, geschlossen. In Südkorea haben wir ein ähnliches Muster: In Daegu, oder wie auch immer die Stadt ausgesprochen wird, die in der die Kirchengemeinde Shincheonji diesen Ausbruch hatte, wurde die Selbstisolierung erst am 23. Februar angeordnet, als bereits der Höhepunkt in dieser Stadt erreicht wurde. Die nationale Distanzierung wurde erst am 29. Februar angeordnet, aber das ist eine Woche später, als der nationale Höhepunkt eintrat! Sowohl in China als auch in Südkorea begann die soziale Distanzierung also erst lange, nachdem die Zahl der Infektionen bereits rückläufig war, und sie hat sich daher nur sehr wenig auf die Epidemie ausgewirkt. Das bedeutet, dass man dort bereits Herdenimmunität erreicht hatte, oder man stand kurz davor, die Herdenimmunität zu erreichen. Sie stand unmittelbar bevor. Aber durch die Anordnung der sozialen Distanzierung verhinderten sie, dass es tatsächlich zum Endpunkt kam, weshalb wir auch einige Wochen nach dem Höhepunkt noch immer neue Fälle in Südkorea sehen.

The Press and the People Program (TPPP): Sie sagten, man diese Viruserkrankung, weil sie über die Luft übertragen wird, nicht durch Rückverfolgung oder durch soziale Distanzierung bekämpfen kann. Können Sie erklären, warum das so ist?

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»Ich werde nicht von der Regierung bezahlt und kann Wissenschaft betreiben«

Knut M. Wittkowski war 20 Jahre Professor an der New Yorker Rockefeller University. Er ist Experte für die Ausbreitung von Epidemien. Bereits in den 1980er Jahren hat sich Wittkowski einen Namen gemacht und die wissenschaftlich angreifbaren politischen Vorgaben gegen HIV/AIDS im Freistaat Bayern kritisiert. Nun meldet sich Professor Wittkowski mit geharnischter Kritik am Handling der Corona-Krise durch die Politik zu Wort. Die restriktiven Maßnahmen würden den Schaden durch das Virus vergrößern, weil sie die Epidemie unnötig und gefährlich in die Länge ziehen, sagte Wittkowski in einem viel beachteten Interview zu den Perspektiven der Pandemie. Wir dokumentieren das Gespräch im Wortlaut (TEIL 1).

John Kirby, Libby Handros und Lee Davis. The Press and the People Project (TPPP): wenn Sie uns einfach Ihren Namen und ein wenig über Ihren Hintergrund mitteilen könnten

Prof. Dr. Knut Wittkowski: Mein Name ist Knut Witkowski. Ich war 20 Jahre lang an der Rockefeller-Universität als Leiter der Abteilung für biostatistische Epidemiologie und Forschungsdesign tätig. Davor habe ich 15 Jahre lang mit Klaus Dietz, einem der weltweit führenden Epidemiologen, in Tübingen an der Eberhard-Karls-Universität gearbeitet.

TPPP: Sie haben Empfehlungen gegeben, wie man am besten mit Covid-19 umgehen sollte. Könnten Sie mit einfachen Worten erzählen, was Sie geschrieben haben?

Professor Wittkowski: Wie bei jeder Atemwegserkrankung sollten wir die älteren und schwachen Menschen schützen, denn wenn sie eine Lungenentzündung bekommen, haben sie ein hohes Risiko, an der Lungenentzündung zu sterben. Dies ist eines der Hauptprobleme, das wir im Auge behalten sollten. Auf der anderen Seite kommen Kinder sehr gut mit diesen Krankheiten zurecht. Ihre evolutionäre Entwicklung ist darauf ausgelegt, im Laufe ihres Lebens allen möglichen Viren ausgesetzt zu sein. Deshalb sollten sie weiterhin zur Schule gehen und sich gegenseitig anstecken, was zur Herdenimmunität beiträgt. Das würde wiederum bedeuten, dass die älteren Menschen nach spätestens vier Wochen anfangen könnten, ihre Familie wieder zu treffen, denn dann wäre das Virus ausgelöscht worden.

TPPP: Sie haben in dem Artikel erwähnt, dass Sie glauben, dass eine Eindämmung (Containment) die Dauer des Virus bei allen Atemwegserkrankungen tatsächlich verlängern würde. Das Einzige, was die Krankheit aufhält, sei die Herdenimmunität.

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Corona-Maßnahmen: »So werden Gesellschaften despotisch«

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Lord Sumption Copyright: Cambridge Law Faculty, Wikimedia CC-BY 3.0

Nicht nur in Deutschland mehrt sich die Kritik von Juristen an der Verhältnismäßigkeit der staatlichen Maßnahmen zur Abwehr des Coronavirus. Wir dokumentieren den Wortlaut eines Interviews des früheren Richters am Oberstem Gerichtshof Großbritanniens, Lord Sumption, in der Sendung „The World at One“ auf BBC Radio Four.

BBC-Moderator Jonny Dymond: „Ein hysterisches Abgleiten in einen Polizeistaat. Eine Polizei, die sich mit wenig Rücksicht auf den gesunden Menschenverstand oder die üblichen Gepflogenheiten einmischt. Eine irrationale Überreaktion, getrieben von Angst. Das sind nicht die Anschuldigungen von wilden Aktivisten, sondern sie stammen von den Lippen eines der bedeutendsten Juristen Großbritanniens, Lord Sumption, dem ehemaligen Richter des Obersten Gerichtshofs. Ich habe mit ihm gesprochen, kurz bevor wir auf Sendung gingen.

Lord Sumption: Das wahre Problem ist, dass Gesellschaften ihre Freiheit nicht deshalb verlieren, weil Tyrannen sie ihnen geraubt haben. Es geschieht in der Regel so, dass die Menschen ihre Freiheit freiwillig aufgeben, wenn sie im Gegenzug Schutz vor irgendeiner äußeren Bedrohung erhalten. Und die Bedrohung ist in der Regel eine echte Bedrohung, die aber meist übertrieben ist. Ich fürchte, das ist auch jetzt [mit dem Corona-Virus, Anm. d. Übers.] der Fall. Die Öffentlichkeit setzt die Politik unter Druck. Die Leute wollen, das etwas geschieht. Sie halten nicht inne, um sich zu fragen, ob das, was geschieht, sinnvoll ist und funktionieren wird. Sie fragen sich nicht, ob es sich lohnt, die Kosten zu tragen. Sie wollen einfach Taten. Und jeder Blick in die Geschichte zeigt uns heute die klassischen Symptome einer kollektiven Hysterie. Auch Hysterie ist ansteckend. Wir steigern uns in einen Zustand der Hektik, in dem wir die Bedrohung stark überzeichnen und uns nicht mehr fragen, ob die Kur vielleicht gefährlicher ist als die Krankheit.

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»Augenmaß und ethische Grundsätze werden mit Füßen getreten«

Am 30. März hat der Facharzt Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch, ein Video gepostet und sich darin mit Fakten und Mythen des neuartigen Coronavirus SARS-COV2 und der Krankheit COVID-19 auseinandergesetzt. Das Video ist binnen einer Woche rund 250.000 mal angesehen worden. Wir dokumentieren hier den Wortlaut zum Nachvollziehen.

Nach langer Bedenkzeit wende ich mich an die verbliebenen Vernunftbegabten, und ich möchte mir trotz möglicher Anfeindungen, Shitstorms oder Stigmatisierung das Recht nicht nehmen lassen, Kommentare von Journalisten, sogenannten Experten sowie Entscheidungen politischer Verantwortungsträger kritisch zu hinterfragen.

Ich lege großen Wert darauf, dass ich dies ausschließlich in meinem eigenen Namen mache und nicht als Repräsentant einer Einrichtung, Organisation oder Firma. Natürlich bin auch ich nicht im Besitz der Wahrheit und erhebe im Gegensatz zu den Regierungen auch keinen Anspruch darauf. Allerdings bemühe ich mich nach bestem Wissen und Gewissen, Fakten und falsche Ableitungen voneinander zu unterscheiden und damit der Öffentlichkeit eine differenzierte und eigenständige Bewusstseinsbildung zu ermöglichen.

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Medizinrechtlerin: „Maßnahmen unverhältnismäßig und eine Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat“

Beate Bahner, Fachanwältin für Medizinrecht aus Heidelberg, kündigt Normenkontrollklage gegen die Corona-Verordnung Baden-Württemberg an: Die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung seien eklatant verfassungswidrig und verletzen in bisher nie gekanntem Ausmaß eine Vielzahl von Grundrechten der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Dies gelte für alle Corona-Verordnungen der 16 Bundesländer. Insbesondere seien diese Maßnahmen nicht durch das Infektionsschutzgesetz gerechtfertigt, welches erst vor wenigen Tagen „in Windeseile“ überarbeitet wurde. Wochenlange Ausgehbeschränkungen und Kontaktverbote „auf Basis der düstersten Modellszenarien ohne Berücksichtigung sachlich-kritischer Expertenmeinungen“ sowie die vollständige Schließung von Unternehmen und Geschäften ohne jedweden Nachweis einer Infektionsgefahr durch diese Geschäfte und Unternehmen seien „grob verfassungswidrig“.

Die Medizinrechtlerin führt aus, die vorliegenden Zahlen und Statistiken zeigten, dass die Corona-Infektion bei mehr als 95 % der Bevölkerung harmlos verlaufe (oder vermutlich sogar bereits verlaufen sei) und somit „keine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit“ darstelle.

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Die aktuellen Modelle zu COVID-19 sind nicht verlässlich

Von Eran Bendavid, Jay Bhattacharya, und Neeraj Sood

Außerordentliche Maßnahmen wie die Anordnung von Ausgangssperren und Quarantänen wären gerechtfertigt, wenn COVID-19 Millionen Menschen töten würde. Doch die entscheidenden Daten zur Bestimmung wie tödlich dieses Virus wirklich ist, hat niemand gemessen. Es gibt sogar plausible Argumente dafür, dass die aktuellen Schätzungen um Größenordnungen daneben liegen. Allen schrecklichen Prognosen vieler Epidemiologen und Modellierer zum Trotz haben wir nur wenige zuverlässige Informationen darüber, dass COVID-19 ohne solche Schutzmaßnahmen Millionen Menschen töten wird.

Die Furcht vor COVID-19 beruht auf der hohen geschätzten Todesfallrate – etwa 2% bis 4% der Menschen mit bestätigtem COVID-19 sind gestorben. Wenn also 100 Millionen Amerikaner letztendlich COVID-19 bekommen, könnten unvorstellbare 2 bis 4 Millionen sterben. Wir glauben, dass diese Schätzung äußerst ungenau ist. Die wahre Todesrate ergibt sich aus dem Anteil der Erkrankten, die sterben, und nicht aus den Todesfällen unter den identifizierten positiven Fällen. Die Zahl der Fälle ist eine irreführende Hochrechnungen der Zahl der Infektionen aufgrund von Selektionsverzerrungen bei den Tests. Wie groß die resultierende Abweichung wirklich ist, könnte den Unterschied zwischen einer Epidemie mit 2 Millionen oder mit 20.000 Todesfällen ausmachen. Wenn die Zahl der tatsächlichen Infektionen viel größer ist als die Zahl der Fälle – um Größenordnungen größer – dann ist auch die tatsächliche Todesrate viel niedriger. Ist dies plausibel? Die bisherigen Daten legen nahe, dass dies nicht nur plausibel, sondern auch wahrscheinlich ist.

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Diese Fragen verdienen eine Antwort

Corona. Kaum ein anderes Thema in diesen Tagen in den Medien und in den – reduzierten – Gesprächen mit Mitmenschen.

Viele – besonders Unternehmer, aber auch Arbeitnehmer in von Kurzarbeit und Auftragsrückgang betroffenen Branchen – sind besorgt angesichts der Folgen für die Wirtschaft, die natürlich auf die gesamte Gesellschaft durchschlagen.

Um so notwendiger scheint es, die Maßnahmen, welche zum Schutz des Gesundheitssystems vor Überlastung getroffen wurden, auf ihre Verhältnismäßigkeit zu hinterfragen.

Professor Sucharit Bhakdi ist eine von einer Hand voll Stimmen, die sich öffentlich zu Wort gemeldet haben, und ihrer Sorge vor „überschiessenden Reaktionen“ der Abwehr des Virus Ausdruck verliehen haben. Herr Professor Bhakdi, so sagte mir seine Frau am Telefon, ist dafür von der Universität Mainz mit dem Entzug seiner eMail-Adresse sanktioniert worden. Auf der Seite des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene distanziert man sich von ihm.

Dabei hat Herr Professor Bhakdi meines Erachtens sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat Fragen gestellt und die eingeleiteten Maßnahmen u.a. als „überbordend“ bezeichnet. Ohne jedes seiner Worte gutheißen zu wollen, halte ich es für legitim und sogar notwendig, angesichts des Umfangs der Maßnahmen und angesichts zahlreicher fachkundiger Fragen aus dem In– und Ausland, dass die fünf Fragen, welche Herr Prof. Bhakdi stellt [PDF], eine ausführliche und sorgfältige Antwort erhalten.

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