Warum wir dick werden? Fett ist es nicht!

Gary Taubes ist ein Journalist mit einem Gespür für eine „gute Geschichte“. Er ist es gewohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu hinterfragen. In seinem neuesten Buch in deutscher Sprache, recherchierte er die Frage, „warum wir dick werden“. Darüber, und über sein jüngstes Buch in englischer Sprache, hat Gary Taubes dem Vitalstoff.blog ein Interview gegeben, das nun mit deutschen Untertiteln (Einstellung im YouTube-Video) verfügbar ist. Spoiler-Alert: Es ist nicht das Fett, was uns fett macht. Auch nicht Kokosöl…

Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr

Don Huber Interview 2018
Don. M. Huber, Professor em. Purdue University, im VB-Interview über die Gefahren durch Glyphosat

In diesen Tagen macht die Mega-Fusion des Chemiegiganten Bayer mit dem US-amerikanischen Produzenten von Saatgut, Monsanto, erneut Schlagzeilen. Die Wirtschaftspresse sorgt sich um hohe Auflagen, die den Schwindel erregenden Kaufpreis von 60 Milliarden Dollar noch fragwürdiger machen. Negativ falle auch das schlechte Image von Monsanto ins Gewicht. Dieses schlechte Image, welches Bayer nun übernehme, rühre her von Monsantos Engagement als Hersteller von gentechnisch veränderten Pflanzen (GMO) und als Hersteller des Herbizids Glyphosat, gegen das die GMO-Pflanzen des Unternehmens resistent gemacht wurden.

Umwelt- und Verbraucherschützer sehen das Risiko (neben der Gentechnik) vor allem in der Substanz Glyphosat selbst. Es hat sich ein Streit darüber entwickelt, ob Glyphosat nun besonders vorteilhaft sei (wie Monsanto und nun auch Bayer denken dürften), oder ob die Substanz gefährlich sei (worüber wir hier und hier auch bereits berichtet haben).

Was Glyphosat eigentlich ist, wie die Substanz wirkt, findet öffentlich bislang wenig Beachtung. Fragen im Zusammenhang mit der Neuzulassung von Glyphosat in der Europäischen Union im Jahr 2017 drehte sich vorwiegend um die mögliche Krebs erregende Wirkung von Glyphosat. Anlass genug, sich mit dem Wissenschaftler zu unterhalten, der im Jahr 2011 weltweit Schlagzeilen machte, als er den damaligen US-Agrarminister vor den Gefahren von Glyphosat warnte: Professor em. Dr. Don Huber.

Im Gespräch mit Vitalstoff.Blog erläutert Don Huber die spezielle Problematik von Glyphosat. Die Substanz, so Huber, wirkt nicht primär tödlich, sondern zerstört zahlreiche Enzymprozesse durch eine Bindung des Moleküls an essentielle Co-Faktoren dieser Enzyme. Diese Co-Faktoren sind einfache Mineralien und Spurenelemente, welche für die Immunabwehr von Pflanzen nicht mehr verfügbar sind, wenn Glyphosat angewendet wird. Die Pflanzen sterben durch „eine verschärfte Form von AIDS“, also eine Immunschwäche. Auch Bakterien werden durch Glyphosat berührt, und zwar in doppelter Hinsicht: nützliche Bakterien, auf die auch Menschen angewiesen sind, werden getötet, während schädliche Pathogene gefördert werden. Die Folgen der Veränderung nennt Huber „dramatisch“ – auch für Menschen und Tiere! Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr weiterlesen

Seneff: Monsanto weiss von den Gefahren

Stephanie Seneff Uwe Alschner
Dr. Stephanie Seneff im Interview mit vitalstoffblog.blog-Herausgeber Uwe Alschner

Glyphosat ist das weltweit meist verwendete Herbizid. Der Anstieg in verbrauchter Menge verläuft nahezu parallel zum Anstieg der Häufigkeiten zahlreicher Erkrankungen. Ist das Zufall? Nein, sagt Dr. Stephanie Seneff, die am Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Leitendende Wissenschaftlerin tätig ist. Auch wenn Korrelation nicht das Gleiche ist wie Ursächlichkeit, sagt Dr. Seneff, so ist sie aber ein wichtiges Indiz für die Ursachenforschung. Ausgestattet mit einem Abschluss in Biologie vom MIT hat sich die Computerwissenschaftlerin im Team mit dem Chemiker Anthony Samsel auf die systematische Suche nach Zusammenhängen gemacht. Beide fördern verblüffende Ergebnisse zutage. Die chemische Struktur des Moleküls ist – auch für Menschen – extrem problematisch und mit hoher Wahrscheinlichkeit verantwortlich für den Anstieg bei Autismus und anderen ernsthaften Erkrankungen. Monsanto, der Konzern, welcher Glyphosat 1974 als Herbizid hat patentieren lassen, ist sich der Gefahren bewusst gewesen, sagt Dr. Seneff in einem Exklusiv-Interview. Trotzdem sind entsprechende unabhängige Studien dazu bisher nicht durchgeführt worden. Warum nicht? Darüber sprach vitalstoffblog.blog Herausgeber Uwe Alschner mit Dr. Stephanie Seneff.

Das Interview hat folgenden Wortlaut: Seneff: Monsanto weiss von den Gefahren weiterlesen

Ist Glyphosat ein schleichendes Gift, weil es sich wie die Aminosäure Glycin verhält?

seneff
Dr. Stephanie Seneff, MIT Boston

Wie berichtet wurde, soll das Thema Glyphosat eine prominente Rolle in den Sondierungsgesprächen zur Bildung einer neuen Bundesregierung gespielt haben. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Debatte einzig um die Frage der möglichen Krebs erregenden Wirkung von Glyphosat zu drehen scheint. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass politische Entscheidungsträger wie auch die Öffentlichkeit verstehen: mit hoher Wahrscheinlichkeit gehen die Gefahren von Glyphosat weit über Krebserkrankungen hinaus. Die wissenschaftliche Literatur enthält umfangreiche Hinweise darauf, dass solche Gefahren bestehen. Dieser Beitrag stellt zusammenfassend einen möglichen toxischen Effekt vor, durch den Glyphosat die menschliche Gesundheit empfindlich stören und so zu einer Vielzahl schwerer heimtücksicher Erkrankungen führen kann.

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Alzheimer: »Fokus auf die Ursachen legen, dann ist Verbesserung möglich«

Bredesen
Dr. Dale Bredesen, Alzheimer-Forscher und Professor für Neurologie an der UCLA

Das Interview mit Dr. Dale Bredesen über sein Buch The End of Alzheimer’s hat folgenden Wortlaut:

Vitalstoff.Blog: Guten Tag, guten Abend, Sir! Dr. Dale Bredesen! Ich bin sehr froh, Sie heute als Gast begrüßen zu können für diese Aufzeichnung für Vitalstoff-blog.de in Deutschland. Unser Publikum weiß, dass es hier jede Menge Informationen rund um ganzheitliche Gesundheit gibt. 

Ich bin sehr dankbar, dass wir heute über Ihr faszinierendes Buch reden können. Der Titel des Buches lautet »The End of Alzheimer’s« und in Deutschland wird es im kommenden Mai erscheinen. Doch wir haben das Glück, heute bereits mit Ihnen über das Buch sprechen zu können. Ein sehr herzliches Willkommen an Sie, Dr. Dale Bredesen!

Dale Bredesen: Vielen Dank, Uwe, dass wir miteinander reden!

VB: Sehr geehrter Dr. Bredesen, vielleicht ist es sinnvoll, dass Sie einmal den Hintergrund erläutern, wie es zu diesem Buch gekommen ist.
Sie beschäftigen sich bereits seit Anbeginn Ihrer beruflichen Karriere mit Neurologie. Haben wir das richtig verstanden?

Dr. Bredesen: Ja, das stimmt. Ich habe einen klassisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund. Ich habe an den Universitäten Cal Tech und MIT gearbeitet, und habe mich dann nach dem Medizinstudium der Neurologie zugewendet. Mich haben die Grundlagen der Erkrankungen des Gehirns interessiert. Die Labors, in den ich geforscht habe, haben mehr als 220 Aufsätze dazu publiziert alle zum Thema Degeneration des Gehirns.

Die Frage, die wir in den vergangenen 30 Jahren versucht haben zu beantworten, lautete: ist es möglich, das Phänomen der Erkrankungen zu verstehen, die sich im Gehirn ergeben, also: Alzheimer Demenz, oder ALS, oder Huntington’s oder anderen Erkrankungen. Und zwar so grundlegend, dass es uns gelingen würde, die erste wirksame Behandlung dieser Krankheiten zu entwickeln. Denn Sie wissen: Dies ist ganz sicher das Gebiet in der Medizin, in dem wir unsere größten Niederlagen haben hinnehmen müssen.

Es gibt Therapien für Krebs, die durchaus einige Erfolge verzeichnen konnten, Therapieansätze für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber für neuro-degenerative Erkrankungen gibt es das bisher nicht.
Also haben wir uns gefragt: Warum ist das so? Warum treten diese Dinge so häufig auf? Immerhin ist Alzheimer die dritthäufigste Todesursache in den USA
In Großbritannien ist Demenz die häufigste Todesursache. Die damit verbundenen Probleme sind weltumspannend und verursachen Schäden von vielen Milliarden Dollar! Die Frage war also: was haben wir übersehen? Was ist uns entgangen auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten? Alzheimer: »Fokus auf die Ursachen legen, dann ist Verbesserung möglich« weiterlesen

Gefahr im Verzug für Vitalstoffe

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat einen „Vorschlag“ unterbreitet, mit dem Obergrenzen für Vitalstoffzufuhr in Deutschland erlassen werden sollen.

Diese Vorschläge sind ein Witz! Gefahr im Verzug für Vitalstoffe weiterlesen

Man wundert sich …

»Länger Leben dank Sonnenhormon« – Eine Schlagzeile, die aufhorchen lässt. Es geschieht nicht alle Tage, dass in der Tagespresse positiv über Vitalstoffe berichtet wird. Hier war es der Fall. Zumindest in der Überschrift und in weiten Teilen des Textes wird sehr positiv über die gesundheitsfördernde Wirkung von Vitamin D berichtet. Allein schon aus diesem Grund lohnt sich eine Beschäftigung mit diesem Artikel aus dem Tagesspiegel. Vielmehr als die Nachricht selbst („Menschen mit ausreichend Vitamin D im Blut erfreuen sich besserer Gesundheit als solche mit einem Mangel.„) ist der Aufbau des Berichtes von Interesse. Der verrät nämlich einiges über die Vieldeutigkeit der Wissenschaftlichen Erkenntnisse. Denn obwohl die Ergebnisse dänischer Forscher, über die der Tagesspiegel berichtet, einen klaren Zusammenhang zwischen einem hohen Vitamin-D-Spiegel und einer besseren Gesundheit nachweisen konnten, mussten die Forscher eine Einschränkung einbauen: Es sei unklar, ob der Zusammenhang ursächlich sei, oder lediglich eine Folge eines anderen, unerforschten Grundes. Es könne nicht ausgeschlossen werden, so heisst es in dem Bericht, „dass eine dritte Tatsache ein wichtige Rolle spielt. So ist Vitamin-D-Mangel häufig mit ungesundem Lebensstil verknüpft, der wiederum das höhere Krankheitsrisiko erklären kann.“ Ei oder Henne, was war zuerst da? Man wundert sich … weiterlesen