»Ich werde nicht von der Regierung bezahlt und kann Wissenschaft betreiben«

Knut M. Wittkowski war 20 Jahre Professor an der New Yorker Rockefeller University. Er ist Experte für die Ausbreitung von Epidemien. Bereits in den 1980er Jahren hat sich Wittkowski einen Namen gemacht und die wissenschaftlich angreifbaren politischen Vorgaben gegen HIV/AIDS im Freistaat Bayern kritisiert. Nun meldet sich Professor Wittkowski mit geharnischter Kritik am Handling der Corona-Krise durch die Politik zu Wort. Die restriktiven Maßnahmen würden den Schaden durch das Virus vergrößern, weil sie die Epidemie unnötig und gefährlich in die Länge ziehen, sagte Wittkowski in einem viel beachteten Interview zu den Perspektiven der Pandemie. Wir dokumentieren das Gespräch im Wortlaut (TEIL 1).

John Kirby, Libby Handros und Lee Davis. The Press and the People Project (TPPP): wenn Sie uns einfach Ihren Namen und ein wenig über Ihren Hintergrund mitteilen könnten

Prof. Dr. Knut Wittkowski: Mein Name ist Knut Witkowski. Ich war 20 Jahre lang an der Rockefeller-Universität als Leiter der Abteilung für biostatistische Epidemiologie und Forschungsdesign tätig. Davor habe ich 15 Jahre lang mit Klaus Dietz, einem der weltweit führenden Epidemiologen, in Tübingen an der Eberhard-Karls-Universität gearbeitet.

TPPP: Sie haben Empfehlungen gegeben, wie man am besten mit Covid-19 umgehen sollte. Könnten Sie mit einfachen Worten erzählen, was Sie geschrieben haben?

Professor Wittkowski: Wie bei jeder Atemwegserkrankung sollten wir die älteren und schwachen Menschen schützen, denn wenn sie eine Lungenentzündung bekommen, haben sie ein hohes Risiko, an der Lungenentzündung zu sterben. Dies ist eines der Hauptprobleme, das wir im Auge behalten sollten. Auf der anderen Seite kommen Kinder sehr gut mit diesen Krankheiten zurecht. Ihre evolutionäre Entwicklung ist darauf ausgelegt, im Laufe ihres Lebens allen möglichen Viren ausgesetzt zu sein. Deshalb sollten sie weiterhin zur Schule gehen und sich gegenseitig anstecken, was zur Herdenimmunität beiträgt. Das würde wiederum bedeuten, dass die älteren Menschen nach spätestens vier Wochen anfangen könnten, ihre Familie wieder zu treffen, denn dann wäre das Virus ausgelöscht worden.

TPPP: Sie haben in dem Artikel erwähnt, dass Sie glauben, dass eine Eindämmung (Containment) die Dauer des Virus bei allen Atemwegserkrankungen tatsächlich verlängern würde. Das Einzige, was die Krankheit aufhält, sei die Herdenimmunität.

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»Corona richtig einschätzen«

Prof. Dr. Carsten Scheller ist Professor für Virologie an der Universität Würzburg. Eine private WhatsApp-Nachricht an seine Schwester über das neuartige Coronavirus hat in der zweiten März-Woche 2020 für einiges Aufsehen gesorgt. Es fand seinen Weg in die Öffentlichkeit und wurde hier veröffentlicht. Darin äußerte sich ein (damals noch unbekannter) Sprecher beruhigend zur Gefährlichkeit der Lage mit dem Corona-Virus.

In einer Exklusivaufnahme für das Vitalstoff.Blog präzisiert Prof. Scheller am 24.03.2020 seine damalige Einschätzung. Er führt darin aus: Das SARS-Corona-Virus ist vergleichbar mit Influenza, auch bei den Todeszahlen!

Das Statement ist am 27. März 2020 auf Aufforderung durch die Universität Würzburg zurück gezogen worden. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar. Weil das Interview zuvor unter Creative Commons Lizenz rechtmäßig weiterverarbeitet wurde, ist von hier nicht zu verhindern, dass es sich an anderer Stelle weiterhin aufrufen lassen kann.

Da ich kein Interesse habe, Herrn Prof. Scheller persönlich zu schaden, habe ich die Aufforderung befolgt, und den Beitrag offline gestellt.

Nachtrag, 17.15 Uhr: Professor Scheller hat mitgeteilt, dass die Universität Würzburg dem Eindruck entgegen treten möchte, als habe Herr Professor Scheller (als Angehöriger der Universität) die von SARS-Corona 2 ausgelöste Krankheit Covid-19 verharmlosen wollen.

Hierzu stelle ich fest: Herr Professor Dr. Scheller hat zu keinem Zeitpunkt die Erkrankung Covid-19 verharmlost. Er hat eine Einschätzung zum Virus SARS-Corona-2 abgegeben und in dieser Hinsicht Vergleiche zu Influenza gezogen.

Hiermit ist Herr Prof. Dr. Scheller nicht allein!

Am 26. März, einen Tag vor der Aufforderung an Herrn Professor Scheller, haben renommierte Mediziner um Prof. Anthony Fauci im New England Journal of Medicine einen ähnlichen Vergleich gezogen:

If one assumes that the number of asymptomatic or minimally symptomatic cases is several times as high as the number of reported cases, the case fatality rate may be considerably less than 1%. This suggests that the overall clinical consequences of Covid-19 may ultimately be more akin to those of a severe seasonal influenza (which has a case fatality rate of approximately 0.1%) or a pandemic influenza (similar to those in 1957 and 1968) rather than a disease similar to SARS or MERS

(Unterstreichung und Hervorhebung durch den Herausgeber)

Angesichts international unterschiedlichster Ansätze zur Eindämmung des Virus (über die Notwendigkeit einer Eindämmung und Wege zur Eindämmung hat auch Prof. Dr. Karin Moelling gesprochen) und angesichts des Umfangs der allein für Deutschland hunderte von Milliarden Euro teuren Maßnahmen, müssen Fragen erlaubt bleiben, die die Verhältnismäßigkeit der gewählten Mittel betreffen. Dies ist kein Aufruf zur Mißachtung von Rechtsnormen und kein Aufruf zur Gefährdung von Schutzbedürftigen.

Es ist eine Frage an die Umsicht von politischen Entscheidern und ein Appell an ihre Pflicht, die getroffenen Maßnahmen so zu erläutern, dass legitime Fragen eine transparente und umfassende Antwort erhalten. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein!

In diesem Interview der NachDenkSeiten mit Statistik Professor Gerd Bosbach wird deutlich, dass Herr Professor Dr. Scheller die richtigen Fragen gestellt hatte – und Skepsis an der Qualität der öffentlichen Einschätzungen zur Häufigkeit und Gefährlichkeit von SARS-Corona-2 nicht nur angebracht, sondern aus statistischer Sicht begründet ist.

Lösung des Corona-Problems: Panikmacher isolieren

Von Wolfgang Wodarg

Wir beobachten nicht die Krankheiten, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Virologen.

Dr. med Wolfgang Wodarg

Dem Corona-Hype liegt keine außergewöhnliche medizinische Gefahr zugrunde. Er verursacht aber eine erhebliche Schädigung unserer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte durch leichtfertige und unberechtigte Quarantänemaßnahmen und Verbotsregelungen.

Die Bilder in den Medien sind beängstigend und den Verkehr in den Städten Chinas regelt das Fieberthermometer. Der Karneval in Venedig wurde abgesagt, nachdem bei einem älteren sterbenden Klinikpatient der Test positiv ausfiel. Als eine Handvoll Menschen in Oberitalien auch positiv getestet waren, machte Österreich gleich vorübergehend den Brenner-Pass dicht. Wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls dürfen über 1000 Menschen ihr Hotel auf Teneriffa nicht verlassen. Auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess konnten 3700 Passagiere nicht von Bord. Anfang Februar wurden 126 Menschen aus Wuhan per Flugzeug nach Deutschland gebracht und blieben dort kerngesund über zwei Wochen in Quarantäne. Bei zwei der Gesunden wurden Coronaviren nachgewiesen.

Ähnliche Horrorszenarien gab es in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder. Doch die „Schweinegrippe-Pandemie“ der WHO war in Wirklichkeit eine der mildesten Grippewellen in der Geschichte und auf die „Vogelgrippe“ warten nicht nur die Zugvögel bis heute.

Wir messen derzeit nicht die Inzidenz von Coronavirus-Erkrankungen, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Spezialisten. Alle Institutionen, die uns jetzt wieder zur Vorsicht alarmieren, haben uns schon mehrfach im Stich gelassen und versagt. Viel zu oft sind sie institutionell durch Sekundärinteressen aus Wirtschaft und/oder Politik korrumpiert.

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