»Pharma bestimmt, was Medien bringen können«

Bei seinem Besuch in Berlin hat Robert F. Kennedy, jr. auch auf der Querdenken-Demonstration gegen die mangelnde Verhältnismäßigkeit der staatlichen Maßnahmen gegen das Corona-Virus gesprochen. Seine Rede fand praktisch keinen Niederschlag in Deutschen Medien. Hier liegt ein Dilemma, da ein Mensch wie Robert Kennedy nicht nur eine hohe Glaubwürdigkeit besitzt als Mitglied einer etablierten Familie, die mehrere Mitglieder durch Gewalttaten verlor während sie politisch heiße Eisen anfassten. Kennedy ist auch als Anwalt in Umweltschutz und Menschenrechtsangelegenheiten (Gesundheit ist ein Menschenrecht) besonders für die Belange von Kindern als Fundament einer zukunftsfähigen Gesellschaft tätig.

Über diese und andere Fragen sprach Bobby Kennedy nach seiner Rede in Berlin mit RT Deutsch, dem russischen Äquivalent von Deutsche Welle TV (beide Sender werden aus staatlichen Mitteln finanziert). Im Interview erläutert Kennedy, warum er auch solchen Sendern als Gesprächspartner zur Verfügung steht: weil der Einfluss der Pharma-Industrie die Behandlung dieser „heißen Eisen“ in Medien des Mainstreams in den USA verhindert. Die skandalös undifferenzierte und verzerrende Darstellung des Kennedy-Besuchs in Berlin zeigt, dass es auch in Deutschland um die Pressefreiheit und investigativen Journalismus über die wirklich drängenden Fragen der Zeit nicht besser bestellt ist. Warum sonst hat keine andere Berliner Redaktion die Gelegenheit gesucht, um mit Kennedy ins Gespräch zu kommen? Möglicherweise deshalb, weil Kennedy einem in Deutschland ansässigen Unternehmen der Pharma-Industrie, welches überdies historisch durch Zusammenarbeit mit mindestens einem menschenfeindlichen Regime schwer belastet ist, eine finanziell schwer wiegende Niederlage beigebracht hat.

Im sehr sehenswerten Interview erläutert Kennedy auch, welches Problem er mit der Arbeit der Bill & Melinda Gates Foundation hat.

Robert F. Kennedy, jr. im Interview über Hintergründe der aktuellen Krise und den Einfluss der Pharma-Industrie auf Wissenschaft, Politik und Medien. Quelle: RT Deutschland

Warum G**gle und Faceb**k C*r*na und andere Kritik löschen

Von Robert F. Kennedy, Jr., Vorsitzender, Children’s Health Defense

Am 29. Juli löste YouTube Del Bigtrees „The Highwire“-Account auf, nachdem er ein Video von Del und mir eingestellt hatte, in dem wir meine Debatte mit Alan Dershowitz über Pflichtimpfungen diskutierten. YouTube löschte auch Hunderte anderer wahrheitsgemäßer Videos über Impfstoffe [darunter zahlreiche Videos von Prof. Sucharit Bhakdi, Dr. Wolfgang Wodarg oder Dr. Bodo Schiffmann].

Der Eigentümer von YouTube, Google, ist in Wirklichkeit ein Impfstoffhersteller. Zwei Tochtergesellschaften der Muttergesellschaft von Google, Alphabet, vermarkten und produzieren Impfstoffe: Calico und Verily. Arthur Levinson, ehemaliger CEO von Genentech, leitet Calico, ein Unternehmen für Anti-Aging-Medikamente, während Verily mit Pharma zusammenarbeitet, um klinische Studien mit Medikamenten und Impfstoffen durchzuführen.

Im Jahr 2016 schloss Alphabet mit GlaxoSmithKline einen 715-Millionen-Dollar-Deal ab, um Galvani zu gründen, ein weiteres Unternehmen zur Entwicklung bioelektronischer Medikamente und Impfstoffe und zur Gewinnung medizinischer Informationen von Google-Kunden. Die Präsidentin des Kundendienstes von Google, Mary Ellen Coe, sitzt im Aufsichtsrat von Merck.

Im Jahr 2016 gründete Google gemeinsam mit Sanofi Onduo, eine virtuelle Diabetes-Klinik, und 2018 ein weiteres Unternehmen, das Analysen zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe einsetzt.

Im Jahr 2018 investierte Google 27.000.000 Dollar in Vaccitech, um Impfstoffe gegen Grippe, MERS und Prostatakrebs herzustellen. Vaccitech bezeichnet sich selbst als „die Zukunft der Massenproduktion von Impfstoffen„. Im Jahr 2020 begann Vaccitech mit der Arbeit an einem COVID-Impfstoff. Google behauptet, politisch und kommerziell neutrale Suchanfragen anzubieten, manipuliert jedoch systematisch die Suchergebnisse, um genaue Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen zu unterdrücken, und lenkt die Nutzer auf trügerische und betrügerische Pharmapropaganda.

Die Algorithmen von Google zensieren negative Informationen über COVID-Impfstoffe und positive Informationen über Therapien wie Hydroxychloroquin, die mit den in der Entwicklung befindlichen Impfstoffen konkurrieren. Google zensiert Berichte, die die öffentliche Panik über COVID-19 vermindern. Googles Definition von „Fehlinformation“ ist „jede Information, die Impfprodukte kritisiert, auch wenn sie korrekt und wahr ist“. Facebook und Google stellten „FactChecker“ (Politifact) ein, um Fehlinformationen über Impfstoffe zu zensieren. [In Deutschland arbeiten u.a. Correctiv und Bertelsmann Arvato als Faktenchecker.]

Politifact wurde durch einen Zuschuss der Gates Foundation, dem weltweit größten Impfstoffförderer, ins Leben gerufen. Googles orchestrierte Zensur über soziale Medien lähmt legitime Debatten über internationale Impfrichtlinien. Dies ist eine Krise für liberale Demokratien.

Unterstützen Sie Del: TheHighWire.com

Übersetzung aus dem Amerikanischen [und Ergänzungen] von Uwe Alschner

Die Arbeit an diesem Blog, die Recherche, Übersetzungen etc. erfordert viel Zeit und Aufwand. Ich leiste diese Arbeit gerne und verstehe sie als meinen Beitrag zum besseren Verständnis komplexer Zusammenhange. Meine Ausbildung als Historiker und Anglist erlaubt es mir, wissenschaftliche Studien im Original zu lesen und zu verstehen. Ich habe gelernt, Quellen zu prüfen und auch Zusammenhänge im Kräftespiel zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu verstehen. Dies alles kommt mir bei Themen wie der aktuellen Krise zugute. Ich leiste die Arbeit in meiner freien Zeit und sehr gerne. 
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Die fiktive Pandemie

Mit vermehrten Tests wird eine Virus-Hysterie, die sich in Deutschland kaum mehr auf Todesfälle berufen kann, künstlich am Leben gehalten.

von Wolfgang Wodarg

Die zwei Welten driften auseinander. Auf der einen Seite ist da unser beobachtbares Lebensumfeld. Den meisten dürften keine Erkrankungs- oder gar Todesfälle im Bekanntenkreis bekannt sein, schon gar nicht aus den letzten Monaten. Auf der anderen Seite ist da die erweiterte Realität der Medien. Dort lauert noch immer tödliche Gefahr, setzt rücksichtsloses Partyvolk unser aller Gesundheit aufs Spiel, zittert die Menschheit vor einer zweiten Corona-Welle. Wenn wir aufmerksam sind, bemerken wir, dass selbst in den Mainstreammedien die Todeszahlen aus Deutschland kaum mehr vorkommen. Der Grund: die wären zu wenig beängstigend. Stattdessen fokussiert man sich auf einen durch exzessives Testen verursachten, ohnehin nicht sehr starken Anstieg der Infiziertenzahlen. Niemand fragt, ob die in den Medien breitgetretenen Skandale wie Tönnies oder das „leichtsinnige“ Verhalten der Demonstranten am 1. August 2020 bei Menschen überhaupt ernsthafte gesundheitliche Schäden verursacht haben. Hinter dem Hype stecken handfeste Interessen, die es aufzudecken gilt.

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»Das ist wie ein Kriegsverbrechen«

Aus der Reihe Perspektiven auf die Pandemie veröffentlichen wir hier den ersten Teil der deutschen Übersetzung von Folge Folge XII. Es handelt sich um ein Gespräch mit Dr. Judy Mikovits & Robert F. Kennedy, Jr., geführt am 15. Mai 2020, veröffentlicht am 3. August 2020.

In diesem Interview, welches sich insgesamt auf die Folgen X, XI und XII erstreckt, spricht Robert F. Kennedy, Sohn des ermordeten Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, Robert F. Kennedy, und Neffe des zuvor ebenfalls ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, über die intransparente Verbindung zwischen – hier – Pharma-Industrie und der U.S.-Regierung, und über die Problematik der mangelhaften Sicherheit vieler Impfstoffe sowie die Entwicklung, die zu einer folgenschweren Freistellung der Impfstoff-Hersteller von jeglicher Produkthaftung führte.

Von John Kirby

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Uwe Alschner

JOHN KIRBY: Was ist die Bedeutung des Begriffs „Biologika“?

ROBERT F. KENNEDY, JR. : Biologika sind eine Familie von Medikamenten die, vereinfacht formuliert, auf biologischem Material angebaut werden. Wir haben schon darüber gesprochen. Es sind etwa Viren, die auf tierischem Gewebe gezüchtet werden. Die regulatorische Bedeutung des Begriffs liegt darin, dass, als die CDC ursprünglich der öffentliche Gesundheitsdienst war (die Public Health Services war die Vorgängerorganisation), dieser öffentliche Gesundheitsdienst eine quasi-militärische Organisation war. Und von Anfang an wurde das Impfprogramm als Form der Verteidigung der nationalen Sicherheit gegen biologische Angriffe auf unser Land betrachtet. Es hatte also immer militärische Implikationen. Man wollte insbesondere, dass wir, falls die Russen uns während des Kalten Krieges mit Anthrax (Milzbrand) oder anderen biologischen Mitteln angreifen sollten, schnell einen Impfstoff formulieren und ihn dann ohne regulatorische Hindernisse für 200 Millionen Menschen herstellen und einsetzen konnten.

Robert F. Kennedy jr., Neffe des ermodeten US-Präsidenten und erfolgreicher Umweltanwalt, streitet für die Interessen von Kindern gegen die Gefahren von Impfstoffen. Hier spricht er über Lobbyeinfluss auf die Politik

Wenn man diese Mittel als „Medikament“ bezeichnet hätte, wäre der für Medikamente vorgeschriebene Zulassungsprozess einzuhalten gewesen, den alle Medikamente vor einer Anwendung durchlaufen müssen, einschließlich doppelblinder Placebo-Studien. Deshalb entschied sich die Regierung und der Kongress dazu, für Impfstoffe die Klassifikation der Biologika zu schaffen, anstatt sie Arzneimittel zu nennen. Biologika sind nicht explizit, jedoch faktisch von der Notwendigkeit von Sicherheitstests ausgenommen. Von den 72 Impfungen, die heute vorgeschrieben sind, Impfstoffdosen, die aktuell für unsere Kinder unter 18 Jahren vorgeschrieben sind, wenn sie eine Ausbildungsinstitution besuchen wollen, hat nicht ein einziges jemals eine Doppelblind-Placeboprüfung durchlaufen oder ist auch nur gegen ein inertes Placebo getestet worden, unter irgendeiner Art von Situation, bevor es die Zulassung durch die [Arznei- und Lebensmittelbehörde] FDA erhalten hat. Und das ist natürlich ein Problem, denn es bedeutet, dass niemand weiß, wie das Risikoprofil für diese Produkte aussieht.

Es gibt im Klartext niemanden, der das gemacht hat. Zwar wird immer wieder gesagt: „Nun, ja, Impfstoffe verursachen zwar Schäden für die Gesundheit, aber die sind angesichts des Nutzens, den Impfstoffe bringen, völlig zu vernachlässigen. Das Gute, das sie bewirken, ist so ungleich größer.“ Aber das sind nichts als Spekulationen! Niemand kann das wirklich sagen, weil niemand weiß, wie das Risikoprofil dieser Produkte aussieht.

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Pretty Woman oder Bewusstsein für das Wesentliche

Robyn O'Brien, Ex-Finanzanalystin der Nahrungsindustrie und Aktivistin für gesundes Essen. Ein Allergieschock ihres jüngsten Kindes bewirkte das Umdenken.
Robyn O’Brien, Ex-Finanzanalystin der Nahrungsindustrie und Aktivistin für gesundes Essen. Ein Allergieschock ihres jüngsten Kindes bewirkte das Umdenken.
Was sagt Ihnen der Name Julia Roberts? Wer nicht ins Kino geht, wird hier vermutlich passen. Jene, die mit dem Namen etwas anfangen können, denken sofort an … Pretty Woman. Und dass dies so ist, sagt eine Menge aus über uns und unsere Kultur. Nichts gegen schöne Frauen (oder Männer: Matthew McConaughey ist, wenn überhaupt, auch eher für seine Rolle in Surfer Dude im weiblichen Gedächtnis, denn für seinen Part als AIDS-Kranker Rebell Ron Woodrooff im OSCAR-Hit Dallas Buyers Club), doch es wäre besser um unsere Gesellschaft bestellt, wenn Julia Roberts bei mehr Menschen mit ihrer Rolle als Erin Brockovich in Erinnerung geblieben wäre. Erin Brockovich ist eine zwar auch attraktive, aber vor allem entschlossene Kämpferin gegen Unrecht und für Verbraucherrechte. Dass wir uns statt ihrer an eine namenlose Prostituierte erinnern, wenn wir an große Rollen der Schauspielerin Julia Roberts denken, sagt viel mehr über uns aus, als uns lieb sein wird. Doch es ist so.
Allerdings gibt es Hoffnung. Und die wird unter anderem verkörpert durch Menschen wie Robyn O’Brien. Das gemeinsame zwischen Brockovich und O’Brien ist nicht in erster Linie ihr Äußeres. Es ist ihr Einsatz gegen starke kommerzielle Interessengruppen. Wo sich die eine gegen einen Milliarden schweren Energiekonzern behauptet hat, kämpft Robyn O’Brien gegen die Nahrungsmittelindustrie. Und Sie weiß genau, mit wem sie es in diesem Kampf zu tun hat: die Texanerin war jahrelang Finanzanalystin für die Börsenperformance von Multis wie Kraft, Nestlé und anderen.
Ihre Geschichte ist die einer typischen Baby-Boomerin: Aufgewachsen als All-American-Girl im Süden der USA, schlau, Studium mit Prädikatsexamen und dann Karriere in einer Männerdomäne: Analysten sind Alpha-Tiere. Sie bewegen Milliarden mit ihren Empfehlungen, und sie lassen es ihre Umwelt deutlich spüren, wie gut sie sind. Wer neu dazu kommt, muss mit dem Vorlieb nehmen, was übrig ist. Für Robyn O’Brien, einzige Frau in einem Team von Männern, war das die Nahrungsmittelindustrie. Sie lernte die Branche kennen, und durchaus auch lieben. Businesspläne von Konsumgüterherstellern machten ihr Spaß.
Bis eines Tages ihre jüngste Tochter am Frühstückstisch mit einem allergischen Schock kollabierte. Die Mutter verstand die Welt nicht mehr, als ihr die Kinderärzte von der rasanten Zunahme der Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten in wenigen Jahren berichteten. Die Rede war von ihrer Branche, doch sie hatte keine Ahnung. Das sollte sich ändern. Robyn recherchierte nächtelang. Und was sie entdeckte, schmeckte ihr ganz und gar nicht. „Betriebswirtschaftlich konnte ich nachvollziehen, warum man die Lebensmittel immer stärker labortechnisch veränderte. Die Produkte konnten länger konserviert werden, was die Dauer erhöhte, in der sie abverkauft werden konnten, ohne zu verderben. Profit. Klar. Aber der Preis ist eine gigantische Zunahme an ernsthaften Erkrankungen. Warum hat man uns davon nichts gesagt,“ berichtet sie inzwischen regelmäßig in ihren Auftritten.

Robyn O’Brien ist klar geworden, dass es von ihr, wie von jedem einzelnen abhängt, eine Änderung herbei zu führen. Informationen sind da. Sie müssen genutzt werden. Von Investoren, die nicht mehr länger auf Methoden setzen sollen, in denen Profitstreben die Manipulation unserer Lebensmittel rechtfertigt. Der Kampf gegen Gentechnisch veränderte Organismen (GMOs) ist ein wichtiges Aktionsfeld für Robyn O’Brien geworden. Mit ihrerm Hintergrund als Analystin überzeugt sie mehr und mehr Investoren, dass diese Anlagestrategie nur kurzfristig Erträge verspricht, langfristig jedoch enorme Kosten auf die Volkswirtschaft zukommen werden. Entsetzt berichtet O’Brien davon, dass die USA zweieinhalb mal mehr ausgeben für ihr Gesundheitswesen als andere Länder. Und sie ist in der Lage, dies in einen Zusammenhang zur Entwicklung in der Lebensmitteltechnologie zu setzen.
Doch auch die Verbraucher können – und müssen – ihren Beitrag leisten. Wie erwähnt: die Informationen sind da. Es müssen Konsequenzen daraus gezogen werden. Die Nahrung muss nicht nur bewusster erzeugt, sondern auch bewusster eingekauft werden!

Europa mit seiner kritischen Haltung gegen Gentechnik dient O’Brien in ihrer Argumentation in den USA als Vorbild. Doch auch hier ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Neben GMOs sind viele andere Zusatzstoffe auch in Europa und bei der hier ansässigen Industrie (Nestlé, Unilever und Co.) beliebt. Shelf-life, Haltbarkeit, ist Zeit, und Zeit ist Geld. Daneben wirken durch geschicktes Lobbying die selben Kräfte, die O’Brien in den USA beklagt: Die Industrie setzt einen erheblichen Teil ihrer Erlöse ein, um bei politischen Entscheidungsträgern für bessere Rahmenbedingungen für ihre Branche zu sorgen. Und besser für die einen, ist manchmal schlicht synonym für „schlechter für die anderen„. Zulassungsverfahren für altbewährte und sichere Produkte werden plötzlich (im Namen des Verbraucherschutzes) eingeführt. Gerade kleine und mittelgroße Produzenten sind davon in viel stärkerem Maße betroffen als Multinationale Konzerne, weil sie sich die aufwändigen Prozesse schlicht nicht leisten können.
Eine immer weithin Gefahr besteht in den vermeintlichen Segnungen der transatlantischen Handelszusammenarbeit, die über Abkommen wie TTIP zu einer Angleichung der Bedingungen führen. Geworben wird von Politik und Großindustrie mit den zu erwartenden Einsparungen und Zuwachs an Arbeitsplätzen. Ob die Zahlen, die hier ins Feld geführt werden, realistisch sind, wird vielfach bezweifelt. Fatal daran ist, dass tatsächliche oder behauptete Vorteile mit inakzeptablen Nachteilen verknüpft werden. Insbesondere Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind berührt. „Investorenschutz“ ist hier das Codewort. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine ernste Gefahr: Konzerne können Staaten vor Privatgerichte zerren, wenn sie sich von staatlicher Willkür bedroht sehen.
Klingt vernünftig? Nun, im Beispiel von Robyn O’Brien bedeutet dies möglicherweise, dass Verbote gegen den Einsatz von Gentechnik nicht mehr möglich sein werden, wenn sich die Konzerne wie Monsanto mit ihren Klagen an die Schiedsgerichte wenden. Obwohl keine gesicherten Erkenntnisse über die Wirkung von gentechnisch veränderten Organismen auf die menschliche Gesundheit vorliegen, kann in den USA kann eine Zulassung (für ein Gentechnik-Produkt) nur verweigert werden, wenn die Schädlichkeit bewiesen ist. Ein solcher Beweis ist in der Praxis oft nicht zu führen, da sich häufig Wissenschaftler finden, die eine Schädlichkeit selbst dann noch in Zweifel ziehen, wenn es längst erdrückende Indizien durch die beobachtete Wirkung gibt. Bis heute werden sowohl die Gefahren von Passivrauchen, als auch die Ursachen des Klimawandels, wie auch die Gefahren von Gentechnisch veränderten Organismen nach wie vor von einzelnen Wissenschaftlern angezweifelt. In Europa, und erst recht in Deutschland führt daher das Fürsorgeprinzip des Staates zur Gefahrenabwehr dazu, dass Anwendungen untersagt werden. TTIP könnte dazu führen, dass solche Verbote der Zulassung von GMOs zukünftig als „staatliche Willkür“ vor ein Schiedsgericht gebracht werden könnten. Unter Umständen wären sogar Verordnungen zur Kennzeichnungspflicht (gibt es in Europa für GMOs, nicht aber in den USA) ein „Handelshemmnis“ und dürften zukünftig nicht mehr verlangt werden.

Informationen über TTIP

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