»Propaganda-Krieg gegen alle medizinischen Fakten«

Sind jetzt alle Corona-Erfolge in Deutschland verloren? Diesen Eindruck kann gewinnen, wer sich Bilder und Berichterstattung vom „Tag der Freiheit“ am 1. August in Berlin ansieht.

Ich war nicht dort, wünschte allerdings, ich wäre dort gewesen. Warum? Um schon mit diesem Bekenntnis zum Innehalten einzuladen. Zum Luftholen und zum Nachdenken über die Frage: Was ist unser Problem? Worum geht es eigentlich? Nüchtern und sachlich.

Dies ist mein Versuch, die Debatte zu versachlichen.

  1. Was ist geschehen?
  2. Wo ist das Problem?
  3. Was ist wahr?
  4. Was, wenn das Gegenteil wahr ist?
  5. Welche Schlußfolgerungen ziehe ich daraus?
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Denke selbst!

Verschwörungstheorien. Immer häufiger wird im Zusammenhang mit Kritik an den Maßnahmen zur Abwehr des SARS-Corona-2-Virus davon gesprochen, dass es sich hier um gefährliche Verschwörungstheorien handele, die Menschen ins Unglück führten. Am 26. Mai hat die Sendung REPORT Mainz vom Süwestrundfunk einen Beitrag über zwei Personen gesendet, die – anonym – als „Aussteiger“ über die „Szene“ gesprochen haben. Ausdrücklich wurde auch ein Bezug zur Demonstration Querdenken-711 in Stuttgart hergestellt.

Wer den Beitrag sah, erfuhr in düsteren Bildern und entsprechender Vertonung Bedrückendes. Wer sich dagegen mit den Hintergründen beschäftigt, wie der SWR in seiner Arbeit vorgegangen ist, wird feststellen müssen: hier hat eine öffentlich finanzierte ARD-Länderanstalt alles getan, um Vorurteile gegen seriösen Journalismus zu nähren. Aus einem 15-minütigen Gespräch mit Andreas Popp hat REPORT ganze 15 Sekunden herausgeschnitten, um eine ganz offensichtlich bereits vorher feststehende Richtung des Beitrags zu belegen. Womit der Sender wahrscheinlich nicht rechnete: Der Interviewte hat den Spieß umgedreht und den vollen Beitrag ins Netz gestellt. Sehen Sie selbst…

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Zweierlei Maß

Die BILD – Zeitung hat sich entschieden, kritisch die Arbeit von Star-Virologe Christian Drosten zu beleuchten. Und was macht Deutschland? Solidarisiert sich mit dem „Angegriffenen“. Drosten selbst unterstellt dem Springer-Blatt „tendenziöse Berichterstattung“. Das mag sein. Interessant ist jedoch, wie mit zweierlei Maß gemessen zu werden scheint, wenn ein Wissenschaftler von Journalisten hart angefasst wird. Erinnert sich noch jemand an die Aufregung um die Heinsberg-Studie?

Im Fall BILD vs. Drosten geht es um Aussagen zur Infektiosität von Kindern – und um die Empfehlung zur Schließung vonKitas und Schulen trotz Kritik an der wissenschaftlich umstrittenen Grundlage. Die nennt BILD heute: grob falsch. Drosten habe jedoch „im Konjunktiv“ gewarnt, heisst es dazu im Tagesspiegel zu seiner Verteidigung. Es sei also gar nicht „grob falsch“, was er publiziert habe.

Bei Professor Streeck war man Anfang April weniger nachsichtig: die Veröffentlichung von Zwischenergebnissen der Heinsberg-Studie wurde ihm als „grob falsche Berechnung“ vorgehalten. Und zwar durch die Bank. Mehr noch: seine Motive wurden in Zweifel gezogen. Kaum jemand verteidigte den Bonner Forscher, obwohl sein Vorgehen keinesfalls unwissenschaftlich war (es ist übliche Praxis, Zwischenergebnisse zu publizieren) und sich auch im Nachhinein als schlüssig und konsistent erwies. Trotzdem wurde Streeck mit einem Shit-Storm überzogen – und stand allein im Regen!

Könnte es etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass Streeck die Gefährlichkeit des Virus von Anfang an hinterfragt hat?

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»Erstaunlich, dass das RKI keinen Fahrplan hatte«

»Eine Krise der mathematischen Bildung« hat Professor Dr. Wolfram Meyerhöfer von der Universität Paderborn seinen kritischen Zwischenruf über den unsauberen Umgang mit Zahlen in der Krise um das Coronavirus SARS-CoV2 betitelt, der am 2. April in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien.

Darin äußert der Mathematiker Zweifel am Vorhandensein der ausreichenden mathematischen Bildung in Behörden und in der Politik, um über die weit reichenden Maßnahmen zu entscheiden, die inzwischen in Deutschland verhängt wurden und das wirtschaftliche wie gesellschaftliche Leben nahezu vollständig zum Erliegen gebracht haben.

Wir hatten Gelegenheit zu einem weiteren ausführlichen Gespräch mit Professor Meyerhöfer und stellten darin die Frage, warum das Robert-Koch-Institut bisher keine statistisch repräsentative Untersuchung zur Abschätzung der Gefährlichkeit des Virus veranlasst hat.

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Prof. Dr. Stefan Willich: »Die restriktiven Maßnahmen sind nicht entscheidend«

Nach Prof. Dr. Hendrik Streeck äußert ein weiterer Lehrstuhlinhaber Zweifel an der Notwendigkeit restriktiver Maßnahmen wie sie in Deutschland mit dem weitgehenden Stillstand des sozialen und wirtschaftlichen Lebens seit knapp zwei Wochen angeordnet wurden. Prof. Dr. Stefan Willich lehrt Epidemiologie und Sozialmedizin an der Berliner Charité, jener Universität, an der auch der Virologe Prof. Christian Drosten tätig ist.

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