»Lesen! Teilen! Diskutieren!«

Das Frühjahr 2020: eine Achterbahn der Gefühle – und der Politik. Die Ereignisse um COVID-19 überschlugen sich. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Informationsmanagern und Designern, die sich selbst als »Parteilos. Besorgt. Kritisch.« bezeichnen, hat eine Corona-Chronik erstellt und gestaltet, die wir nachfolgend dokumentieren.

»Wo liegt die Wahrheit« , fragen die Corona-Chronisten. Und nennen dieses Beispiel: RKI zeigt Unwirksamkeit des Lockdowns. Trotzdem hält Regierung an Maßnahmen fest. »Warum? Macht das Sinn? Wollen wir das alle?«
Mit der Chronik soll ermöglicht werden, dass jeder sich einen Überblick über Aussagen & Maßnahmen verschaffen. Es sollen Widersprüche der Politik aufgezeigt werden. Und Kritisch reflektiert werden!

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Das BMI-Papier zur Corona-Krise

Am 7. Mai hat ein Beamter im Referat KM 4 im Bundesministerium des Innern (BMI) eine Analyse der aktuellen Krise in Folge der Maßnahmen zur Abwehr des neuartigen Coronavirus SARS-COV2 an einen großen Verteiler in Bundesministerien und Dienststellen der Länder verschickt.

Die Analyse übt schwere Kritik am Handling der Krise durch den Krisenstab der Bundesregierung, die weder Konsequenzen aus jahrelang bekannten Empfehlungen zuständiger Behörden und Kommissionen gezogen habe noch in der Lage gewesen sei, Risiken zur Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur (KRITIS) zu minimieren.

Die Bundesregierung hat das Papier als „Privatmeinung“ abqualifiziert und den Beamten vom Dienst suspendiert. Das ist – weil es eine politische Dimension hat – noch verständlich (aber nicht notwendigerweise richtig).

Dass sich die Medien in derart unkritischer Weise die Verlautbarung der Bundesregierung zu eigen gemacht haben und auch „Verschwörungstheorien“ und „Corona-Leugner“ am Werk sahen, beunruhigt. Warum?

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»Wer könnte ein Interesse daran haben?«

Ich habe Verständnis für jeden, der sich über die Art und Weise wundert, wie wir in unserem Land mit der Krise umgehen. Oder auch wie wir eine Situation so aufladen, dass eine Krise entsteht.

Aktuell wird nahezu jeder persönlich angegriffen, der Fragen stellt. Obwohl doch das Prinzip der Wissenschaft darin besteht, Fragen zu stellen und Beobachtungen auf diese Weise abzusichern. Wir sollten insofern ein Interesse daran haben, gerade dort besonders kritisch nachzufragen, wo weit reichende Schlüsse postuliert werden. Fragen wie diese: »Ist das wirklich so? Kann es sein, dass ich [der/die Wissenschaftlerin/Politikerin] mich irre? Was sind die Folgen meines Tuns? Ist das, was ich tue notwendig? Ist das, was ich tue verhältnismäßig? Ist das, was ich tue hinreichend fundiert? Was tue ich, um die Datenbasis zu untermauern und permanent zu verbessern? Welche Fragen sollte ich ernst nehmen? Wen gibt es, der eine andere Meinung vertritt? Habe ich ihn/sie im öffentlichen Interesse angehört oder beteiligt?«

Über solche Fragen hat sich unter anderem Professor John Ioannidis von der Stanford University in einem hier veröffentlichten Interview Gedanken gemacht.

Gedanken hat sich offensichtlich auch Professor Klaus Püschel gemacht, als er in der Tagesschau gefragt wurde, “wer ein Interesse daran haben könnte”, dass die Gefahren überzeichnet werden. Professor Püschel war erfahren genug im Umgang mit den Medien, um zu erkennen, dass dies wohl eine sehr gute Frage ist, die ein Journalist stellen muss. Aber keine, auf die ein Rechtsmediziner antworten sollte!

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Wem nützt es?

Eine komplette Zeitungsseite widmete der Tagesspiegel in seiner Ausgabe vom 28. April 2019 dem Thema „Nahrungsergänzung“. Es war eine Darstellung, in der sich ein Mediziner scheinbar detailliert mit der Frage beschäftigte, wem Nahrungsergänzungen nützen. Seine Schlussfolgerung: es sei „ein Milliardengeschäft“ und nütze ansonsten niemandem, außer den Herstellern. In einem Videobeitrag setzt sich Vitalstoff.Blog-Herausgeber Uwe Alschner ausführlich mit zehn Aussagen des Artikels auseinander.

Spoiler-Alert: es gibt eine Branche, die um einige zig-Milliarden Euro schwerer ist, und die es geschafft hat, einen Standard für die Art und Weise zu etablieren, wie man Wirksamkeit medizinisch nachweist. Dieser Standard lässt sich jedoch auf komplexe biochemische Prozesse mit mehreren natürlichen Faktoren, wie es Mikronährstoffe sind, nicht anwenden. Qui bono?

Mehr zum Thema:

Warum Vitalstoffe nicht wirken dürfen.

Bruce Ames über Natürliche Auslese

Stephanie Seneff über Glycin und Glyphosat

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie …

Tödlich und korrupt ist das Geschäft der Pharmaindustrie, so das Buch von Peter Gøtzsche
Tödlich und korrupt ist das Geschäft der Pharmaindustrie, so das Buch von Peter Gøtzsche
Mit schöner Regelmässigkeit kehrt sie wieder: die Meldung auf allen Kanälen, wonach nun endlich bewiesen sei, dass Vitalstoffe nicht nur nichts nützen, sondern sogar schädlich sein können. Das Ende der Vitaminpille, titelte der SPIEGEL. Hier ist weniger ein Wunsch der Vater des Gedankens, als dass ein ziemlich offensichtliches Hand-in-Hand-Wirken von vermeintlichem Qualitätsjournalismus mit den Interessen einer Milliardenindustrie zutage tritt. Systematisch nämlich werden immer wieder die Sinnhaftigkeit oder gar die Existenzberechtigung von Vitalstoffen in den Medien in Zweifel gezogen, während auf der anderen Seite die Pharmaindustrie als Wolf im Schafspelz auftritt und selbst eigene „Vitalstoff-Experten“ etabliert. Ziel des Unterfangens: die Kontrolle über alles, was zu Vitalstoffen gesagt und angewendet werden darf.
Ausgangspunkt der neuen Welle gegen Vitalstoffe ist eines der angesehensten medizinischen Journale, die Annals of Internal Medicine. Am 17. Dezember 2013 veröffentlichten die Annals drei Studien zum medizinischen Nutzen von Vitalstoffen bei verschiedenen Indikationen. Die erste Studie untersuchte den Zusammenhang von hochdosierten Mineralien und Vitaminen mit der Häufigkeit eines Rückfalls nach Herzinfarkten.
Die zweite Studie untersuchte, wie sich die Einnahme eines Multivitaminproduktes auf die Erhaltung der geistigen Fähigkeiten älterer Männer auswirkte. Die dritte Studie widmete sich der Frage nach der Wirksamkeit von Vitamin- und Mineralstoffergänzung zur Vorbeugung von Krebs und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen. In einem zusammenfassenden Editorial kamen dabei die Herausgeber der Annals zu dem verbreiteten Verdikt: „Genug ist Genug! Beendet die Geldverschwendung für Vitamin- und Mineralstoff-Supplemente“.

Pharma-Anzeigen finanzieren Fachjournale

Diese Schlagzeile ist aus zwei Gründen skandalös: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie … weiterlesen