Glyphosat-Toxikologie als Schlüssel zum Verständnis von Covid-19

Ein zweites Interview mit Stephanie Seneff (M.I.T.)

Warum entwickelt sich die Covid-Krise in verschiedenen Ländern so unterschiedlich? Ein früher Hinweis auf Umweltfaktoren kam von Dr. Zach Bush, insbesondere die Chemikalie Glyphosat. Eine der besten Kennerinnen der Materie ist Dr. Stephanie Seneff, Wissenschaftlerin am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.), einer der renommiertesten Universitäten der Welt. In einem exklusiven Interview erläutert Dr. Seneff die wahrscheinliche Bedeutung von – und das erschreckende Ausmaß der Belastung mit – Glyphosat. Nur auf den ersten Blick erstaunlich, dass bislang niemand aus dem Lager der Grünen Politiker diese ganz und gar nicht unplausiblen Zusammenhänge aufgegriffen hat. Denn Dr. Seneff sieht die regenerativen Kraftstoffe als einen Haupt-Treiber der Glyphosat-Vergiftung – und damit auch als Problem für Erkrankungen wie Covid-19.

Uwe Alschner: Vielen Dank, Dr. Stephanie Seneff, für einen sehr willkommenen Wiederholungsbesuch hier auf dem Vitalstoff.blog nach etwa eineinhalb oder zwei Jahren. Es sind aufregende, bzw. sehr wichtige Zeiten, und deshalb freue ich mich sehr darauf, mit Ihnen über die aktuelle Krise, die aktuelle Situation, zu sprechen, und Ihren Einblick und Ihre Sichtweise darauf zu erhalten. Sie verfügen über einen ganz besonderen Blickwinkel. Nur zur Erklärung für die Zuschauer, die die erste Sendung verpasst haben: Dr. Seneff ist Informatikerin am M.I.T. Das war ihr Fachgebiet, nachdem sie einen Abschluss in Biochemie gemacht hatte, nicht wahr, Stephanie?

Stephanie Seneff: Mein Abschluss war in Biophysik.

UA: Biophysik! Es ist also ein absolut solider wissenschaftlicher Hintergrund, und das M.I.T. ist eine sehr, sehr prominente Institution. Das M.I.T. das ist der Ort, an dem Dr. Seneff in diesen Tagen arbeitet. Sie ist eine Expertin auf dem Gebiet der Forschung, wie Glyphosat wirkt und, und was es in unserem Körper durcheinander bringt. Dadurch, dass ich ihren Blog verfolge und auch viele Interviews von Dr. Seneff gesehen habe, wurde mir bewusst, dass sie auch eine ganz bestimmte Sichtweise auf die aktuelle um Covid-Krise hat, die natürlich ernst genommen werden muss. Es gibt definitiv, leider, Menschen, die sterben, aber ich denke, wir müssen zum Kern dessen vordringen, was hinter all dem steckt. Es handelt sich um aktuelle Forschung, und manches davon steht noch ganz am Anfang, aber es gibt sehr, sehr viel versprechende Erkenntnisse, die man von Dr. Seneff gewinnen kann. Herzlich willkommen, Stephanie!

Dr. Stephanie Seneff mit einer hoch-brisanten Erklärung für die Unterschiedlichkeit der Schwere von Covid an verschiedenen Orten auf der Welt

Seneff: Ich freue mich, hier zu sein. Danke!

— Nun, wir reden um den halben Globus herum, ich bin in Deutschland, Sie sind in Hawaii in den Vereinigten Staaten. Also bitte geben Sie uns einen Eindruck davon, wie die Situation derzeit in den Vereinigten Staaten ist, und vielleicht auch in Hawaii? Wie ist die Situation, Stephanie?

Seneff: Die Vereinigten Staaten sind ziemlich oben an der Spitze, was die Sterblichkeitsrate durch Covid 19 angeht. Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die eine ziemlich hohe Sterblichkeitsrate durch Covid 19 haben, wenn man es auf die Gesamtbevölkerung umrechnet. Das bedeutet, man muss sich lösen von den Fallzahlen für Covid 19-Diagnosen, weil das ein ganz eigenes Thema ist. Aber das Sterben ist etwas, das man recht deutlich erkennen kann, und die Vereinigten Staaten haben bis jetzt etwa 300.000 Todesfälle durch Covid 19. Ich denke, wir sind vielleicht die Spitze in der Welt, Brasilien ist direkt hinter uns, weil wir große Länder sind. Also sind es 300.000 absolut, aber umgerechnet auf 1.000.000 Bewohner sind wir in den USA immer noch sehr hoch. Und Europa leider auch, Westeuropa, viele Länder in Westeuropa sind in dieser Gruppe der Top-Todesrate von Covid 19.

Das ist die Zahl, die ich mir gerne ansehe: die Sterblichkeitsrate, die auf Covid 19 zurückzuführen ist. Sie ist nicht perfekt, denn es könnte Leute geben, die fälschlicherweise als an Covid 19 sterbend diagnostiziert wurden, obwohl sie eigentlich Herzversagen oder so etwas hatten, worüber man streiten könnte. Aber ich denke, das ist ein ziemlich guter Parameter für uns, um Länder zu vergleichen. Und mich schockiert, wenn man sich Länder ansieht, die unglaublich niedrige Raten haben. Nicht 50 Prozent weniger, oder zwei Mal so viele. Es ist das Hundertfache!

Ich schaue mir gerne Nigeria an, weil es ein interessantes Beispiel ist. Nigeria ist ein Land, das sehr arm ist. Es ist fast ausschließlich schwarz. In den Vereinigten Staaten haben die Schwarzen ein viel höheres Risiko zu sterben als die Weißen, also gibt es eine Art Risiko für Covid, wenn man schwarz ist. Nigeria hat Schwarze. Es hat dichte Bevölkerung in den Städten. Es hat eine sehr entspannte, kontrollierte Atmosphäre. Gesichtsmaske und soziale Distanzierung werden dort nicht sehr ernst genommen. Und ihre Todesrate durch Covid…? Sie haben auch eine wirklich schlechte Luftverschmutzung. Etwa 94 Prozent der Menschen im Land sind einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die höher ist als das, was die WHO als Höchstwert für vertretbar hält.

Nigeria hat also all diese verschiedenen Risikofaktoren für Covid 19. Und dennoch liegt die Todesrate durch Covid 19 bei 1 von 100 – normalisiert auf die Bevölkerung. Für jede Person, die in Nigeria stirbt, sterben 100 in den Vereinigten Staaten. Das ist ein riesiger, gewaltiger Unterschied! Wenn man sich Taiwan ansieht, ist es sogar noch bemerkenswerter. Taiwan hat, als ich das letzte Mal nachgesehen habe, was erst vor einem Monat war, insgesamt sieben Todesfälle im ganzen Land gegen unsere dreihunderttausend.

Wenn man also die Bevölkerungszahl normalisiert, wird man immer noch weit daneben liegen, wissen Sie, sieben Gesamttodesfälle! Und sie haben nur ein paar hundert Fälle im ganzen Land! Was ist also an Taiwan, was ist an Nigeria, das sie sicher gegen Covid macht im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und Westeuropa, wo die Menschen krank sind und daran sterben? Das ist eine große Frage, und sie muss beantwortet werden!

Es frustriert mich, dass die Medien nicht an dieser Frage interessiert zu sein scheinen. Das sollten sie aber! Wir sollten uns fragen, was es ist, das diese Menschen schützt? Können wir das auch tun? Denn das wäre der Weg, um das Problem wirklich zu lösen. Sie werden nicht geimpft. Es ist nicht der Grund, warum sie die Krankheit nicht bekommen. Warum sind sie sicher? Das ist die Frage, die ich gestellt habe!

— Und haben Sie schon eine Hypothese entwickelt, warum das so sein könnte? Vor allem in Bezug auf Taiwan, was ich nicht gut kenne?

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Wider besseres Wissen

Hartnäckig hält sich die Meinung, Glyphosat, das weltweit meistbenutzte Pestizid, sei unschädlich für Mensch und Tier. Dabei gibt es spätestens seit 2017 Klarheit darüber, dass diese Meinung falsch ist. Im Gegenteil: Glyphosat, das haben Wissenschaftler an der University of Virginia [PDF]gezeigt, verringert den zur Aufrechterhaltung der Integrität der menschlichen Darmschleimhaut enorm wichtigen elektrischen Widerstand zwischen Epithelzellen (TEER) nicht nur dramatisch, sondern zerstört auch die in einer gesunden Darmschleimhaut gleichmäßige Binnenstruktur von Darmzellen und bewirkt eine chaotisch-ungeordnete Verteilung des Zellkerns in der Zelle. Beides manifestiert die geringere Funktionalität der Tight Junctions und eine damit verbundene Durchlässigkeit der Darmschleimhaut mit der Folge einer Gefahr chronischer Aktivierung der Immunabwehr bei Menschen.

Glyphosat-Schädigung von Darmzellen im Laborversuch, mikroskopische Darstellung im Zeitverlauf

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Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr

Don Huber Interview 2018
Don. M. Huber, Professor em. Purdue University, im VB-Interview über die Gefahren durch Glyphosat

In diesen Tagen macht die Mega-Fusion des Chemiegiganten Bayer mit dem US-amerikanischen Produzenten von Saatgut, Monsanto, erneut Schlagzeilen. Die Wirtschaftspresse sorgt sich um hohe Auflagen, die den Schwindel erregenden Kaufpreis von 60 Milliarden Dollar noch fragwürdiger machen. Negativ falle auch das schlechte Image von Monsanto ins Gewicht. Dieses schlechte Image, welches Bayer nun übernehme, rühre her von Monsantos Engagement als Hersteller von gentechnisch veränderten Pflanzen (GMO) und als Hersteller des Herbizids Glyphosat, gegen das die GMO-Pflanzen des Unternehmens resistent gemacht wurden.

Umwelt- und Verbraucherschützer sehen das Risiko (neben der Gentechnik) vor allem in der Substanz Glyphosat selbst. Es hat sich ein Streit darüber entwickelt, ob Glyphosat nun besonders vorteilhaft sei (wie Monsanto und nun auch Bayer denken dürften), oder ob die Substanz gefährlich sei (worüber wir hier und hier auch bereits berichtet haben).

Was Glyphosat eigentlich ist, wie die Substanz wirkt, findet öffentlich bislang wenig Beachtung. Fragen im Zusammenhang mit der Neuzulassung von Glyphosat in der Europäischen Union im Jahr 2017 drehte sich vorwiegend um die mögliche Krebs erregende Wirkung von Glyphosat. Anlass genug, sich mit dem Wissenschaftler zu unterhalten, der im Jahr 2011 weltweit Schlagzeilen machte, als er den damaligen US-Agrarminister vor den Gefahren von Glyphosat warnte: Professor em. Dr. Don Huber.

Im Gespräch mit Vitalstoff.Blog erläutert Don Huber die spezielle Problematik von Glyphosat. Die Substanz, so Huber, wirkt nicht primär tödlich, sondern zerstört zahlreiche Enzymprozesse durch eine Bindung des Moleküls an essentielle Co-Faktoren dieser Enzyme. Diese Co-Faktoren sind einfache Mineralien und Spurenelemente, welche für die Immunabwehr von Pflanzen nicht mehr verfügbar sind, wenn Glyphosat angewendet wird. Die Pflanzen sterben durch „eine verschärfte Form von AIDS“, also eine Immunschwäche. Auch Bakterien werden durch Glyphosat berührt, und zwar in doppelter Hinsicht: nützliche Bakterien, auf die auch Menschen angewiesen sind, werden getötet, während schädliche Pathogene gefördert werden. Die Folgen der Veränderung nennt Huber „dramatisch“ – auch für Menschen und Tiere! Glyphosat: Die unterschätzte Gefahr weiterlesen

Ist Glyphosat ein schleichendes Gift, weil es sich wie die Aminosäure Glycin verhält?

seneff
Dr. Stephanie Seneff, MIT Boston

Wie berichtet wurde, soll das Thema Glyphosat eine prominente Rolle in den Sondierungsgesprächen zur Bildung einer neuen Bundesregierung gespielt haben. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Debatte einzig um die Frage der möglichen Krebs erregenden Wirkung von Glyphosat zu drehen scheint. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass politische Entscheidungsträger wie auch die Öffentlichkeit verstehen: mit hoher Wahrscheinlichkeit gehen die Gefahren von Glyphosat weit über Krebserkrankungen hinaus. Die wissenschaftliche Literatur enthält umfangreiche Hinweise darauf, dass solche Gefahren bestehen. Dieser Beitrag stellt zusammenfassend einen möglichen toxischen Effekt vor, durch den Glyphosat die menschliche Gesundheit empfindlich stören und so zu einer Vielzahl schwerer heimtücksicher Erkrankungen führen kann.

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Die Frucht vom Baum der Erkenntnis

Mindestens so spannend wie paradox: Nicht jedes Gemüse ist ein Gemüse. Und nicht alles ist gesund, was wir für gesund halten. Erklärt im neuen Buch von Dr. Steven R. Gundry

Du bist, was du isst. Auf diesen Nenner lässt sich vereinfacht die Lehre des Hippokrates bringen. Ein neues Buch über “verborgene Gefahren in gesunder Nahrung” gibt diesem Satz nun eine ganz neue Bedeutung: nicht nur Junk Food im Sinne von industriell verarbeiteten Lebensmitteln bergen Gesundheitsrisiken. Auch einiges, was wir bisher als gesundes Gemüse bezeichnet haben, ist für den menschlichen Stoffwechsel und unser Immunsystem problematisch. Steven Gundry heisst der Autor, und er ist als Herzchirurg und Immunologe ausgebildet, was es Kritikern schwer macht, sein Buch The Plant Paradox (Pflanzliches Paradoxon) als Quatsch abzutun. Noch ist es nicht auf deutsch verfügbar, daher folgt hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Kapitel.

Wer nach Stimmen zu dem Buch sucht, stößt entweder auf völlige Begeisterung, oder auf totale Ablehnung. Dazwischen gibt es wenig. Ablehnung erfährt Gundry vor allem für die – verkürzte – These, dass Lektine krank machen. Lektine sind Signalmoleküle, die überall vorkommen, daher könnten sie nicht die von Gundry beschriebenen Probleme verantwortlich sein. Schliesslich sei nicht jeder Mensch krank, obwohl jeder Mensch Lektine zu sich nehme. Diese Argumentationsweise ist ähnlich jener bei Gluten: da nur wenige Menschen an Zölliakie erkranken, aber fast alle Menschen Gluten essen, sei Gluten nicht das Problem.

Also alles nur ein hysterischer Unsinn, den eine fehlgeleitete Öffentlichkeit von ideologischen Aktivisten eingetrichtert bekommt? Die Frucht vom Baum der Erkenntnis weiterlesen