Entzündungen als Hauptansatzpunkt für Depression

Depression ist eine erschreckend häufig auftretende Krankheit. Betroffene fühlen sich stigmatisiert, weil in ihrem Kopf „etwas nicht stimmt“. Im Extremfall ernten Sie sogar Unverständnis in ihrem Umfeld. Dass die Krankheit nicht im Kopf entsteht, schon gar keine Einbildung ist, sondern mit Reaktionen des Immunsystems zusammenhängt, ist ein Kernargument dieses Buches. Uwe Alschner sprach mit dem Autor, Cambridge-Professor Dr. Edward Bullmore, über Schlussfolgerungen aus diesem Befund. Es ist an der Zeit, so Bullmore, alte Dogmen zu hinterfragen. Und es ist wahrscheinlich, dass die Verminderung von Entzündungen im ganzen Körper ein Weg sein wird, Depressionen zu behandeln und ihre Entstehung zu verhindern. Das Interview mit Edward Bullmore hat folgenden Wortlaut:

VITALSTOFF.BLOG: Vielen Dank, Professor Edward Bullmore, für die Ehre und Gelegenheit, dieses Interview für das Vitalstoff.Blog zu führen. Unser Publikum und unsere Leser wissen, dass sie hier Informationen finden zu allen Fragen ganzheitlicher Gesundheit, die sich nicht auf den Mainstream beschränken, sondern über den Tellerrand hinaus schauen, und sich dennoch auf wissenschaftlich fundierte Quellen stützen.Insofern sind wir sehr glücklich, heute Sie zum Interview begrüßen zu dürfen. Wir möchten über ihr jüngstes Buch sprechen, welches ich mit viel Freude gelesen habe.
Es erscheint in diesen Tagen bei Goldmann in deutscher Sprache. Der Titel lautet „Die Entzündete Seele“ und ist damit eine wörtliche Übersetzung des Originals. Sie sind Chef des Fachbereichs Psychiatrie an der Universität von Cambridge, und auch das zeigt, wie hoch der qualitative Anspruch ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist.

Ich möchte Sie bitten, Professor Bullmore, uns zunächst zu helfen zu verstehen: was hat sie zur Medizin gebracht? Wollten Sie immer schon Arzt werden? Oder Wissenschaftler? Wie sah der Weg aus, der Sie bis hierher geführt hat?

EDWARD BULLMORE: Nun, zunächst einmal danke ich Ihnen! Ja, es begann damit, dass ich immer schon an Naturwissenschaften interessiert war. Besonders Biologie und Chemie haben mich fasziniert. Im englischen Bildungssystem zu meiner Jugendzeit musste man sich sehr früh entscheiden, welche Richtung man beruflich einschlagen wollte. Ich meine, ich war etwa 16 oder 17 Jahre alt, als ich diese Entscheidung treffen musste. Und mir war klar, dass ich naturwissenschaftlich arbeiten wollte, aber naturwissenschaftlich in einer Weise, die den Menschen direkt zugute kommen sollte. Und das führt Sie beinahe zwangsläufig zur Medizin.

Mein Medizinstudium begann ich also im Alter von 18 oder 19 Jahren an der Universität Oxford. Dort habe ich den ersten Teil meiner Ausbildung absolviert, bevor nach London ging an ein Lehrkrankenhaus, das St. Bartholomew’s Hospital, ein sehr altes Krankenhaus an der Peripherie …, es lag jedenfalls an der Peripherie von London als es gegründet wurde, irgendwann im zwölften Jahrhundert. Heute liegt es Mitten im Zentrum von London. Dort beendete ich mein Studium, es folgte eine kurze Zeit als Assistenzarzt, mit praktischer Weiterbildung, bis ich ungefähr im Alter von 30 Jahren
die Facharztausbildung in Psychiatrie anschloss. Und die Psychiatrie ist das Fachgebiet, in dem ich seither arbeite. Ich bin heute 58 Jahre alt, was bedeutet, dass ich den Großteil meines Berufslebens mit Psychiatrie und Neurowissenschaften beschäftigt bin, dem etwa zehn Jahre Ausbildung und Tätigkeit als Assistenzarzt vorausgingen.

VB: Würden Sie uns dann bitte einige Grundlagen erläutern, bevor wir in die Diskussion gehen? Wie lautet eine kurze Definition oder Erklärung dessen, was eine Depression ist? Was erfährt der Leser Ihres Buches über diese diese Störung? Was ist das: Depression?

EB: Nun ja, Depression ist zuallererst einmal eine persönliche Erfahrung. Das lässt sich nicht einfach objektiv abgrenzen. Wenn Sie einen Blick in die Lehrbücher der Psychiatrie werfen, und die Frage stellen, wie Depression ganz formal definiert ist, dann erfahren Sie, dass man das anhand von Symptomen tut, die der Patient erlebt und die er oder sie dem Therapeuten mitteilt. Beispielsweise: niedergeschlagene Stimmung, also Melancholie, deprimiert sein, verzagt, bedrückt. Sich nicht mehr freuen zu können, in der Fachsprache nennen wir das Anhedonie, ist ein typisches Merkmal für Depression. Dinge, die Menschen gewöhnlich Freude machen, lassen sie teilnahmslos.

Es gibt auch kognitiv-geistige Symptome: Jemand, der sich schuldig fühlt für etwas, was er falsch gemacht haben könnte, oder wo man in der Vergangenheit einen Fehler gemacht hat. Es mag sein, dass man ohne Zuversicht ist, pessimistischer in die Zukunft blickt als sonst. Insgesamt sind viele Betroffene sehr selbstkritisch mit sich, und das kann sich bis zu selbstverletzendem Verhalten und im Extremfall bis zu suizidalem Verhalten steigern. Es gibt viele solcher kognitiven Komponenten, aber auch sehr viele emotionale.

Darüber hinaus ist es bekannt, dass es auch eher körperliche Aspekte im Zusammenhang mit Depression gibt. Einige nennt man „vegetative Symptome“, was ein – wie ich finde – sehr unglücklicher Begriff ist, doch so ist die Terminologie, die in der wissenschaftlichen Literatur verwendet wird, und worunter man Symptome wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, ein niedriger Energielevel, ebenso wie sexuelles Desinteresse, oder Dysfunktionalität, versteht.

Depression ist also ein Syndrom, ein Mix aus Krankheitszeichen, keine Krankheit in der Weise wie etwa Tuberkulose, bei der jeder einzelne Patient mit Tuberkulose mit dem gleichen Keim infiziert wurde. Jeder Fall von Tuberkulose hat seinen Ausgang an der gleichen Stelle. Das nennt man in der Medizinischen Fachsprache Krankheit, Krankheitsbild oder Entität. So wird Depression bislang nicht verstanden. Unter Depression versteht man nach wie vor ein Syndrom, eine Sammlung von Symptomen. Depression geht immer einher mit sowohl kognitv-emotionalen, als auch körperlichen Aspekten, die ich hier zusammengefasst habe.

VB: Und ist es eine Sammlung von Symptomen, die zunehmen, insgesamt betrachtet? Kann man also sagen, dass wir depressiver werden, oder haben wir heute lediglich eine andere Art, die selbe Sache zu betrachten? Sind wir nur sensibler? Was ist Ihre Meinung?

EB: Diese Frage ist tatsächlich sehr interessant. Persönlich glaube ich, dass Depression seit jeher ziemlich verbreitet war. Sie müssen sich nur anschauen, was dazu vor zehn, 20 oder 30 Jahren geforscht wurde. Die Verbreitung der Depression in der Bevölkerung war immer sehr hoch. Immerhin liegt unser Risiko, im Laufe unseres Lebens an einer schweren depressiven Störung zu erkranken, bei 25 Prozent. Einer von vier Menschen wird irgendwann in seinem Leben eine Erfahrung machen, die sich als klinisch relevanter Fall einer Depression herausstellen wird. Das ist lange bekannt, und es ist auch lange schon kein Geheimnis mehr, dass man beim Blick auf die Krankheitsursachen, gerade in höher entwickelten Volkswirtschaften wie etwa Deutschland, Großbritannien oder den USA Depression ganz oben auf der Liste findet.
Also an Position eins, zwei oder drei aller Ursachen für gesundheitliche Einschränkungen.

Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm. Neben den persönlichen und gesellschaftlichen Belastungen durch Depression, sind die ökonomischen Kosten riesig. In meinem Buch beschreibe ich beispielsweise, dass die durch Depression verursachen Kosten allein in Großbritannien etwa einem Prozentpunkt des Bruttoinlandsproduktes entsprechen. Ein sehr erheblicher Teil der Gesamtwirtschaftsleistung eines Landes wie Großbritannien geht verloren, weil Depression zu hohen Verlusten durch niedrigere Produktivität und höhere Behandlungskosten führt.

Diese Zahlen, diese epidemiologischen Daten, die ökonomischen Daten, sie zeigen uns, dass es sich um ein sehr weit verbreitetes Problem handelt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Depression häufiger auftritt, aber ich halte es für wahrscheinlicher, dass wir in einer Zeit leben, in der sich mehr Menschen trauen, über Depression zu sprechen.

Zu den größten Probleme, die Depression erzeugt, und ganz allgemein psychische Erkrankungen, zählen doch Stigma und Scham. Immer schon haben sich Menschen geschämt dafür, solche Beeinträchtigungen zu fühlen, und es ist sehr menschlich, dass sie sich deswegen ungern dazu äußern wollten. Insofern ist möglicherweise die öffentliche Aufmerksamkeit für Depression niedriger gewesen, weshalb das Thema unter dem Radar geblieben ist. Doch Depression wird wahrscheinlich immer ein ziemlich verbreitetes Problem in unserer Gesellschaft gewesen sein.

Die kurze Antwort auf ihre Frage wäre: Depression ist ziemlich weit verbreitet, glaube ich, und das war wohl auch immer so. Ich glaube, wir sehen derzeit weniger einen weiteren Anstieg der tatsächlichen Häufigkeit von Depression, als vielmehr eine – wie ich finde – sehr erfreuliche Steigerung der Bereitschaft, über Depression zu sprechen.

VB: Vor ungefähr dreißig Jahren – wir schreiben das Jahr 2019 – also etwa Anfang der 1990er Jahre, scheint ziemliche Begeisterung und Optimusmus geherrscht zu haben, dass die Ursache von Depression gefunden sei und dass die Erkrankung nun behandelt und besiegt werden könne. Es war die Zeit, als das Mittel Prozac auf den Markt kam und sogar die Titelgeschichte des TIME-Magazins war, wenn ich mich recht erinnere. Seither ist die Stimmung merklich gedämpfter, was den konventionellen Ansatz in der Medizin betrifft. Sehen Sie das auch so?

EB: Ja, da haben Sie recht. Es gab eine Phase großer Zuversicht als man glaubte, die Entstehung von Depression erklären und sie erfolgreich behandeln zu können. Und dieser Optimismus geht zurück auf die 1950er Jahre. Es gibt diese Geschichte, über die ich im Buch berichte. Es ist wohl eine der außergewöhnlichsten Geschichten. Und zwar handelt diese Geschichte davon, wie die ersten Antidepressiva entdeckt wurden. Das erste Mittel zur Behandlung von Depression wurde durch einen puren Zufall gefunden.

Damals, in den 1950er Jahren war Tuberkulose eine häufige Todesursache. Die Stadt New York errichtete ein Krankenhaus, die Seeblick-Klinik draußen auf Staten Island, weit weg von der Stadt. Dort hat man alle Patienten mit Tuberkulose an einem Ort isoliert. Es war eine Quarantäne, denn es gab kein Mittel gegen TB. Die Patienten wurden dorthin gebracht. Wahrscheinlich hoffte man, dass der Seeblick, das Meer und die frische Luft den Menschen irgendwie helfen würde.

Dann entdeckte man Antibiotika und forschte an Mitteln, die bei Tuberkulose helfen würden. Eine der ersten Arzneien, die klinisch getestet wurden, dort im Seaview-Hospital war ein Mittel namens Iproniazid.

Es war ein erfolgreicher Test. Und zwar erfolgreich in doppelter Hinsicht: Zum einen war das Mittel ein wirksames Antibiotikum und es half den Patienten, die Tuberkulose-Infektion zu überwinden.
Das war der erhoffte Erfolg. Aber es gab auch einen unerwarteten Nutzen, nämlich dass viele Patienten plötzlich sehr viel glücklicher wurden. Und auch sehr rasch. Quasi ein Ausbruch von Euphorie dort in der Klinik, als die klinische Studie lief. Das Life Magazine hat damals sogar eine Fotoreportage im Seaview-Hospital gemacht, der sie den Titel „Tanzen auf der Station“ gaben.

Man sah fröhliche Bilder von Patienten, die mit Schwestern tanzten, lächelnd über das ganze Gesicht, weil sie sich wieder gut fühlten mit der Behandlung, die sie genossen. Einige der Psychiater in New York dachten damals: »Das ist sehr interessant! Was ist der Grund, dass Iproniazid die Patienten glücklicher macht?«

Daher sah man sich die biochemische Wirkungsweise des Medikaments näher an. Man fand heraus, dass das Mittel die Konzentration von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn erhöhte. Es ist eine Geschichte, die man voll und ganz erst versteht, wenn man den historischen Kontext berücksichtigt: Diese Moleküle, also Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin hatte man überhaupt gerade erst entdeckt. Man begann gerade zu verstehen, was diese Neurotransmitter in ihrer Funktion als Signalmoleküle für die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen so bedeutsam macht.

Und dann diese Erkenntnis über ein Arzneimittel, welches die Patienten in einer Lungenklinik für Tuberkulose fröhlicher macht, und welches im Labor die Konzentration dieser Neurotransmitter verstärkt. Vielleicht, so dachte man, vielleicht könnte man Iproniazid und andere Mittel, die Adrenalin Noradrenalin und Dopamin verstärken, breiter einsetzen als Mittel gegen Depression. Also nicht nur für Patienten mit TB.

Innerhalb nur eines Jahrzehnts nach der klinischen Erprobung von Iproniazid für Tuberkulose kamen schätzungsweise zwischen fünf und zehn Medikamente auf den Markt – und zwar zugelassen zur Behandlung von Depressionen. Und alle Mittel hatten die selbe biochemische Wirkungsweise. Sie haben allesamt Noradrenalin-, Dopamin- und Adrenalinkonzentrationen im Gehirn erhöht. Es war eine wirklich sehr aufregende Zeit.

Auch wenn ich damals selbst noch nicht in der Psychiatrie tätig war, – wir reden hier natürlich über die frühen 1960er Jahre – Wenn Sie sich in die Zeit zurückdenken, dann ist die geprägt von großer Zuversicht. Man dachte: „Jetzt haben wir Mittel, die das Problem von Depressionen ein für alle Mal lösen.“

Und ich glaube, dass man damals dachte, auch die Ursache von Depressionen gefunden zu haben.

Neurotransmitter als Ziel des Behandlungsansatzes

Wenn man die Depression von Menschen lindern kann, indem man ihnen Medikamemnte gibt, die die Konzentration von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin erhöhen, dann scheint es doch nahe zu liegen, dass sie Depression überhaupt erst bekommen haben, weil die Konzentration dieser Neurotransmitter niedrig war.

Es hat sich also eine Denkweise gebildet, darüber wie Depression verursacht wird, allein weil man zufällig eine Möglichkeit entdeckt hat, mit der man Depression behandelt.

Verstehen Sie, natürlich war das aufregend für viele. Viele Forscher und auch viele Pharma-Unternehmen begannen, sich auf dem Gebiet zu engagieren. Ihr Ziel war es, neue und bessere Wirkstoffe zu entwickeln, besonders solche, welche die Serotoninkonzentration erhöhen. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die Einführung des Mittels Prozac im Jahr 1990. Das wurde als ein großer Fortschritt angepriesen, ein Fortschritt in der Behandlung von Depression.

Es ist eine außergewöhnliche Geschichte, weil es dazu geführt hat, dass wirksame Mittel entwickelt wurden. Wir reden hier über Mittel wie Amitriptyline, Sertralin, Duloxetin und viele andere. Wir sehen, dass sie wirken. Generell wirken sie einigermaßen gut als Antidepressiva, und das ist ein bleibender Nutzen für die Welt.

Aber ich bin der Meinung, dass es uns nicht annähernd gut gelungen ist, ihre Wirkungsweise zu begründen. Also zu erklären, wie Depressionen überhaupt entstehen. Denn trotz vieler Anstrengungen hat es sich als ziemlich schwierig erwiesen, zu beweisen, dass Menschen, die unter Depression leiden, eine niedrige Konzentration von Serotonin, Adrenalin oder Dopamin aufwiesen, bevor sie mit den Antidepressiva behandelt wurden.

Ich würde es so zusammenfassen: Von 1955 bis etwa 1990 haben wir 35 Jahre erlebt, in denen echter therapeutischer Fortschritt, nachhaltiger therapeutischer Fortschritt erzielt wurde. Wir haben neue Mittel entwickelt, die bis heute einigermaßen gut wirken. Aber wir haben nie wirklich verstanden, warum sie wirksam waren.

Und wir hatten auch keine guten Hilfen, die uns gut vorhersehen ließen, welche Patienten am besten auf diese Wirkstoffe reagieren.

Es ist also eine Geschichte, die, wie ich bereits sagte, therapeutische Fortschritte beschert hat, ohne dass wir verstanden hätten, wie die Wirkzusammenhänge der Mittel sind. Und ich glaube, dies ist der Grund, weshalb es in jüngerer Vergangenheit wenig Fortschritte gab. Wenn Sie sich anschauen, wo wir 1990 waren, und wo wir heute, im Jahr 2019 sind, also nach Ablauf von weiteren 30 Jahren, dann gab es in dieser Zeit keine große Neuentwicklung von Wirkstoffen gegen Depression.

Also wir hatten insoweit eine Explosion intensiver, fruchtbarer therapeutischer Erfolge von 1950 bis etwa 1990. Und seit 1990 bis 2019 ist es sehr still geworden.

Meiner Ansicht nach liegt der Grund für den geringen therapeutischen Erfolg der letzten Jahrzehnte letztlich darin, dass es uns nicht gelungen ist, die Ursachen zu verstehen, wie Depression entsteht, woher sie kommt. Ich bin überzeugt, dass die nächste Generation der Wirkstoffe sich auf die Ursachen fokussieren muss und auf die Faktoren, die dazu beitragen.

Es ist uns nicht gelungen, die Ursachen zu verstehen, wie Depression entsteht, woher sie kommt

VB: Tatsächlich musste die Wissenschaft ja vor etwa zehn Jahren sogar noch einen großer Rückschlag verkraften, als sich viele Pharma-Unternehmen entschlossen, aus der Finanzierung weiterer Forschung für Mittel gegen Depression zurück zu ziehen. Sie aber wagen eine neue Denkweise, um den Titel eines Kapitels Ihres Buche zu zitieren: „Anders Denken“, dieser Aufruf ist vielleicht passend, um auch unser Gespräch dem zuzuwenden, was Sie in Ihrem Buch darlegen. Und das ist der Zusammenhang zwischen Depression und Entzündung. Können Sie das näher ausführen?

EB: Ja. Viele wissen, dass Entzündung und Depression sehr häufig zusammen auftreten. In meinem Buch berichte ich von einigen meiner persönlichen Erfahrungen mit relativ schwachen depressiven Symptomen infolge von leichteren Entzündungen. Beispielsweise hatte ich nach einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, die notwendig war, weil die Wurzelspitze entzündet war, zwei Tage lang eine ziemlich düstere Stimmung.

Mir war überhaupt nicht nach Unterhaltung, statt dessen verzog ich mich lieber ins Bett und grübelte ziemlich schwermütig darüber nach, wieviel Zeit mir im Leben noch bleiben würde.

Das legte sich schnell wieder und war zu wenig für eine klinische Depression, aber es war ganz sicher eine Episode depressiver Symptome in Verbindung mit der vergleichsweise harmlosen Entzündung einer Zahnwurzel.

Ein anderes Mal ging es um eine routinemäßige Maßnahme, die sicher viele Menschen kennen. Ich rede von einer Impfung. Vor einem geplanten Urlaub in Afrika musste ich eine Impfung gegen Typhus bekommen. Impfung, das bedeutet, man erhält eine Injektion von abgetöteten Typhus Erregern, die eine Reaktion des Immunsystems auslöst. Konkret wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst. In der Klinik hatte man mir nach der Impfung schon gesagt, dass ich mich nicht wundern solle, wenn ich mich ein paar Tage „von der Rolle“ fühle. Und tatsächlich: ich war etwas schwermütig, mir mangelte es an Energie, ich konnte mich auch nur schwer auf meine Aufgaben konzentrieren, die im Job auf mich warteten.

Dies sind also zwei Beispiele, und ich habe diese Beispiele ausgewählt, weil ich sicher bin, dass wahrscheinlich viele Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Wenn Sie dann etwas grundsätzlicher überlegen, und darüber nachdenken, was das für Menschen bedeuten kann, die ernstere entzündliche Erkrankungen plagen, wie etwa Arthritis, Psoriasis oder entzündliche Darmerkrankungen, und wenn Sie sich fragen, ob auch diese Menschen öfter Depressionen bekommen, dann lautet die Antwort: Ja! Depression, Abgeschlagenheit, und das, was man neudeutsch „Brain Fog“ bezeichnet, also, dass es Menschen einfach schwer fällt, einen klaren Gedanken über ihr Leben zu fassen, dass es ihnen schwer fällt, Zukunftspläne zu schmieden.

Dies sind alles psychologische Symptome, die bei Menschen mit schweren entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis und anderen häufiger vorkommen. Und wenn Sie sich dann fragen, wie ist es mit klinisch depressiven Menschen, mit schweren depressiven Störungen, die keine schwere Erkrankung wie Arthritis diagnostiziert haben? Gibt es Belege, dass diese Menschen entzündet sein könnten? Meiner Meinung nach hat die Forschung auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren rasante Fortschritte gemacht.

Es gibt belastbare Daten, dass Menschen mit Depression durchschnittlich erhöhte Entzündungswerte aufweisen. Entzündungsproteine und Immunzellen im Blutstrom. Es mag ihnen nicht bewusst sein, dass sie entzündet sind. Eine entzündliche Erkrankung muss nicht diagnostiziert worden sein, aber wenn man ihnen Blut abnimmt und untersucht, dann stellt man bei Menschen mit Depression auch erhöhte Entzündungswerte bei den relevanten Markern fest.

Diese Beispiele belegen einen Zusammenhang zwischen Entzündung und Depression. Beide Dinge treten im Doppel auf. Das ist auch nichts Neues, glaube ich. Was sich aber ändert, ist die wissenschaftliche Datenlage, und im Buch widme ich dem breiten Raum.

Danach ist der Zusammenhang zwischen Entzündung und Depression kausaler Natur. Oder er kann kausal sein. Also dass Entzündung direkt zu Depression führen kann. Und das ist ein ziemlich bedeutsamer, logischer Schritt: Von der Beobachtung, dass es einen Zusammenhang zwischen beiden gibt, zur Erkenntnis, dass dieses Verhältnis ursächlich ist. Das ist ein sehr bedeutsamer Schritt! Wenn nämlich Entzündung eine Ursache von Depression ist, dann macht es Sinn, Depression zu behandeln, indem man die Entzündung behandelt.

Und das steht ganz oben auf der Liste meiner Prioritäten für die Entwicklung von Mitteln gegen Depression. Viele Forscher auf der ganzen Welt sind daran interessiert und auf der Suche: Können wir den Wirkstoff finden, ein Mittel gegen Entzündung, – es muss kein Arzneimittel sein – Behandlungsansätze gegen Entzündungen, das kann auch die Ernährung sein, oder andere Interventionen, welche die Entzündungsreaktionen des Immunsystems dämpfen.

Entzündungen als Hauptansatzpunkt

Könnte ein solcher Ansatz einen neuen Weg weisen für die Behandlung von Depression? Das meine ich mit der Kapitelüberschrift: „eine neue Denkweise wagen“. Denn wir denken nicht mehr über Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin nach. Jenen Molekülen, die man im Gehirn auch findet. Wir verabschieden uns davon, dass sie das Hauptziel eines Behandlungsansatzes sind. Statt dessen denken wir über das Immunsystem nach und über Entzündungen als Hauptansatzpunkt.

VB: Das ist etwas, was ich persönlich sehr spannend finde an Ihrer Arbeit. An Ihrem Buch: dass sie diesen Ansatz in eine breitere Öffentlichkeit tragen. Denn wie Sie bereits sagten: es braucht neue Anstrengungen im Verständnis sowohl der Erkrankung als auch ihrer Entstehung. Das erfordert große Anstrenungen aus der und in der Forschung, und das ist natürlich im allgemeinen Interesse. Daher bin ich sehr dankbar für diese Gelegenheit, Ihren Ansatz auch dem deutschen Publikum vorzustellen. Ihr Buch erscheint in diesen Tagen.
Wenn Sie davon sprechen, dass hoffnungsvolle neue Wege für Behandlungsansätze vor uns liegen, dann impliziert das auch, wenn ich Sie richtig verstehe, dass es noch viel versprechender sein könnte, wenn wir die Prävention betrachten. Denn es wird klar, dass Entzündungen ein frühes Stadium im Entstehungsprozess von Depressionen
markieren könnten.

EB: So ist es! Sie sprechen da ein sensibles Thema an. Forscher haben sich bemüht, zu zeigen, dass Entzündung ein Auslöser von Depression sein könnte. Denn erst kommt die Ursache und dann die Wirkung. Ganz allgemein. Wenn Entzündung ursachlich ist, und das direkt zu Depression führt. Dann sollte man erwarten, dass es dafür Belege gibt, dass Menschen Entzündungen hatten, bevor sie depressiv wurden.
Diese Fragestellung kann man sich in den Ergebnissen von Studien betrachten, die Menschen über eine lange Zeit beobachtet haben. Diese Langzeitstudien können wir uns ansehen und nach Belegen suchen: Gibt es Menschen, die Entzündungen hatten, aber keine Depression, als die Studie begann? Und haben sie ein höheres Risiko, an Depression zu erkranken?

Es gibt mehrere Studien, die inzwischen veröffentlicht wurden, mit solchen Ergebnissen. Aber eine, die ich persönlich besonders alarmierend finde, ist eine Studie, die vor einigen Jahren in Großbritannien durchgeführt wurde. Jeder Neugeborene eines bestimmten Jahrgangs aus der Stadt Bristol in Südwestengland, ich meine es war das Jahr 1978, jeder Mensch, der in dem Jahr dort geboren wurde, ist in kontinuierlichen Folgeuntersuchungen über viele Jahre begleitet worden.

Höheres Risiko für Depression durch Entzündungen

Man fand heraus, dass die Neunjährigen mit erhöhten Entzündungsproteinen im Blut, ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko hatten, im Alter von 18 Jahren an Depression zu leiden. Es gab keine Anzeichen von Depression bei den Neunjährigen, sie wussten auch nichts von den Entzündungen, als sie neun Jahre alt waren, aber das ergab sich aus den Bluttests, die damals gemacht wurden und die leicht erhöhte Werte der Entzündungsproteine im Blutstrom der Kinder dokumentierten.
Und diese Kinder waren neun Jahre später mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit depressiv im Vergleich zu den Kindern, die im Alter von neun Jahren keine erhöhten Entzündungswerte hatten. Das ist für mich ein Beispiel dafür, was sie in ihrer Frage angesprochen haben: Wenn wir über Ursachen nachdenken, dann macht es Sinn nach Vorerkrankungen zu suchen. Und Belege gibt es, wonach Entzündung der Depression vorausgehen kann.

Ich muss dazu ergänzen, dass es auch noch eine riesige Menge an Belegen aus Tierversuchen gibt. Diese Daten decken sich mit den Erkenntnissen aus Humanstudien.
Oder um es anders auszudrücken: Wenn Sie eine kerngesunde Maus oder Laborratte nehmen, das Tier absichtlich mit einem Keim injizieren, oder anderweitig Entzündung hervorrufen, dann wird dieses Tier in der Regel eine Änderung seines Verhaltens entwickeln, welches den Symptomen sehr stark ähnelt, die Menschen zeigen, wenn sie depressiv sind.

Sie ziehen sich beispielsweise zurück und vermeiden soziale Kontakte mit anderen Artgenossen, sie ruhen sich längere Zeit lang aus, werden körperlich inaktiver, sie zeigen Anzeichen, dass ihnen die Dinge, die diesen Tieren normaler Weise Vergnügen bedeuten. Wenn Sie etwa Ratten und Mäusen die Wahl geben zwischen normalem Wasser und Zuckerwasser, dann ziehen die meisten Tiere dass Zuckerwasser vor. Mutmaßlich, weil es ihnen mehr Vergnügen bereitet.

Nachdem man in den Tieren Entzündungen erzeugt, ist es ihnen egal. Sie trinken dann genau so häufig Leitungswasser wie sie das Zuckerwasser trinken.

Man nimmt an, dass dies so ist, weil die Entzündung ihnen das Vergnügen oder das Wohlgefühl raubt. Natürlich kann man ein Tier nicht befragen, wie es sich fühlt, ob es sich schuldig fühlt für seine Vergangenheit, oder ob es Zukunftsängste hat. Insofern sind Tierversuche immer mit einem Grundzweifel behaftet, darüber, inwieweit ein Model von Depression im Tierversuch tatsächlich mit dem menschlichen Gefühl der Depression vergleichbar ist. Dennoch halte ich die Analogien für offensichtlich. Und die Ergebnisse in den Forschungen, die diesbezüglich unternommen wurden, sind klar und eindeutig:

Wenn man in einem Tier Entzündungen erzeugt, dann verändert sich ihr Verhalten. Und zwar in einer Weise, die sehr stark einigen der Symptome ähnelt, unter denen Menschen mit Depression leiden. Im Tierversuch kann man zudem sehr genau untersuchen, was dem biologisch zugrunde liegt. In Studien mit Menschen wäre das nur sehr schwer möglich.

Im Tierversuch lässt sich ziemlich genau und wissenschaftlich zeigen, dass eine Entzündung oder ein Infekt im Körper Signale ins Gehirn sendet, welche die Immunzellen des Gehirns verändern und wie die dann funktionieren.
Man kann auch sehen, welche Effekte dies auf die Nervenzellen hat, und wie es das Verhalten verändert, beispielsweise die Freudlosigkeit. Die gesamte Kette des Zusammenhangs von Ursache und Wirkung ist bei Tieren gut untersucht.

Ich glaube mit einiger Wahrscheinlichkeit, dass es eine ähnliche mechanistische Folge von Ereignissen auch bei Menschen gibt. Zusammenhänge, die eine Kausalität zeigen. Dass Entzündung im Körper späteren depressiven Symptomen vorausgeht.

VB: Kann man sagen, dass die Hauptkritik, die gegen Ihren Erklärungs- und Forschungsansatz gerichtet ist, von diesem Konflikt ausgeht, der entsteht, weil die Erkenntnisse aus Tierversuchen sich nicht ohne weiteres auf Menschen übertragen lassen?
Zumindest behaupten das Gegner. Man endet dann in einer Sackgasse, weil es andererseits aus ethischen Gründen nicht möglich ist, die Studien, welche erforderlich wären, um einen solchen Beweis zu führen, nicht mit Menschen unternommen werden können.

Dies stellt einen erheblichen Nachteil dar für innovative Ansätze, weil sie bereits in der Beweisführung erheblichen Schwierigkeiten unterliegen, allein schon, was das Bemühen angeht, mehr zu forschen. Ich möchte auf das Problem des Dogma hinaus, auf das man in der Medizin und in der medizinischen Ausbildung immer wieder trifft. In Ihrem Buch gehen Sie beispielsweise auf die „Berliner Mauer“ der Psyche ein, die lange Zeit als selbstverständlich galt, aber die inzwischen auch in der Psychologie gefallen ist. Was meinen sie damit?

EB: Da sprechen Sie ein wichtiges Thema an. Um ehrlich zu sein, habe ich auch aus diesem Grund ein Buch geschrieben. Damit meine ich, dass Wissenschaftler zwar viel publizieren, aber eben meistens keine Bücher für das breite Publikum. Wir fokussieren uns eher auf wissenschaftliche Aufsätze in Fachzeitschriften. Aber einer der Gründe dafür, dass ich ein Buch über dieses Thema schreiben wollte, liegt genau in dem, was Sie hier ansprechen.

Ich stelle fest, dass es eine dogmatische Position in der Medizin gibt, die es erheblich erschwert, sich auch nur vorzustellen, dass es eine direkte Verbindung zwischen Entzündung und Depression geben könnte. Um eine solche dogmatische Position zu behandeln, eignet sich ein Buch aber vielleicht sehr viel besser.
Man kann in einem Buch eine Reihe relevanter Fragen leichter und damit besser behandeln, als in einem klassischen Fachaufsatz. Mein Argument in dem Buch lautet:
Im Kern trennt die westliche Medizin scharf zwischen Körper und Seele.
Das ist ein Grundsatz, auf den die westliche Medizin aufgebaut ist und im Buch stelle ich das infrage. Das ist an sich nicht völlig neu, insofern wiederhole ich lediglich, dass dieser Grundsatz auf die Philosophie von Descartes zurückgeht. Descartes ist wie Sie wissen, dieser wundervoll geniale Mathematiker und Philosoph und Naturwissenschaftler, der im frühen 17. Jahrhundert lebte und wirkte. Also vor etwa 400 Jahren.

Damals hat er eine Denkschule begründet, die wir „Cartesianischen Dualismus“ nennen. Darunter versteht man die Idee, dass die menschliche Natur aus zwei Teilen besteht.

Auf der einen Seite der Körper, eine biologische Maschine, die den Gesetzen der Physik unterliegt, und die wir mit den Begriffen von Atomen und Molekülen beschreiben können.
Und dann gibt es den Verstand. Genau genommen war es bei Descartes ursprünglich der Geist. Es war die Seele, von der er damals gesprochen hat. Seine These war, dass die Seele – heute sprechen wir von Psyche oder dem Verstand – die Seele ist bei Descartes völlig anderer Natur. Es ist keine Maschine, sie folgt nicht den Gesetzen der Physik. Sie ist nicht mit den Begriffen von Atomen und Molekülen zu erklären. Sie ist anders, ein nicht materieller Aspekt unserer Erfahrung. Menschen sind demnach diese zwei Naturen in einer einzelnen Person.

Descartes hat es mit dem Satz zusammengefasst, den auch jeder Nicht-Lateiner kennt: »Deus ex machina«, was frei übersetzt »Gott in der Maschine« bedeutet oder auch »Seele in der Maschine«. Es ist eine sehr fundamentale Philosophie für die westliche Medizin. Mehr noch: Zahlreiche große Erfolge der westlichen Medizin sind möglich geworden, weil man den Körper als „Maschine“ betrachtet hat. Auch weil man in diesem Sinne grundsätzlich gedacht hat, wie eine Erkrankung wie etwa Tuberkulose entstehen kann. Weil man sich vorgestellt hat, dass die „Maschine“, der Körper von diesem Bakterium infiziert ist, wie es sich vermehrt, wie es typische Symptome erzeugt und so weiter.

Also, in dem man den Körper mechanistisch, physikalisch betrachtet hat, wurde es möglich, Tuberkulose viel besser zu verstehen und zu behandeln, als es vor einigen hundert Jahren der Fall gewesen wäre.
Die westliche Medizin hat viele außergewöhnliche Fortschritte und großen Nutzen für die Allgemeinheit hervorgebracht, weil sie den Körper als Maschine ansah. Aber ich sage auch, dass es eine philosophische Idee war, die sehr viel weniger nützlich war, um psychologische Symptome zu verstehen und zu behandeln.

Nachteile des Dualismus

Denn wenn man diese dualistische Theorie akzeptiert, dann ist ein Symptom wie Depression, oder auch jedes andere psychologische Symptom, tatsächlich ausschliesslich aus sich selbst heraus zu verstehen. Es ist dann denklogisch ausgeschlossen, dass Zusammenhänge zur Körpermaschine existieren, weil im System von Descartes Körper und Psyche völlig unterschiedlicher Natur und Beschaffenheit sind. Meiner Ansicht nach zieht sich dieser dualistische Graben ziemlich tief durch die westliche Medizin. Jedenfalls ist das in Großbritannien so. Wenn Sie hier bestimmte Symptome zeigen, etwa Gelenkschmerzen, dann haben sie ein Problem mit der „Körpermaschine“. Und dann gehen sie zum Arzt [dessen Ausbildung erster Teil auch im Deutschen „Physikum“ genannt wird, Red.], oder in eine bestimmte Art von Klinik.

Wenn Sie dagegen psychologische Symptome haben, Depression etwa, dann finden Sie sich wohl bei einem ganz anderem Typ von Arzt wieder. Etwa einem Psychiater, der in einer ganz anderen Art von Klinik arbeitet. Es gibt eine sehr klare organisatorische und berufliche Trennung zwischen psychologischen und physischen Symptomen in der Medizin. Sehr tief verwurzelt. Im Buch nenne ich das »medizinische Apartheid«, was natürlich ein ziemlich starker Ausdruck ist, aber ich finde, er gibt die sehr strikte Unterscheidung zwischen mentalen und körperlichen Symptomen gut wieder, die in der westlichen Medizin tief verankert ist. Ich glaube, dass hierin einer der Gründe liegt, weshalb manche Menschen sich schwer tun mit dem Gedanken, dass Entzündung im Körper auch im Gehirn Effekte wie Depression haben kann. Ich bin auch sicher, dass sich die Welt insgesamt doch langsam verändert.

Sie haben die „Berliner Mauer“ der Psyche angesprochen. Als ich Medizin studiert habe, das war Mitte der 1980er Jahren, wurde uns als unbestreitbare Tatsache beigebracht, dass Entzündung im Körper sich nicht auf das Gehirn auswirken könne. Dass es nichts mit der Psyche machen könne, weil es die Blut-Hirn-Schranke gibt, die sich zwischen dem Körper und dem Gehirn befindet, und verhindere, dass entzündliche Proteine, entzündliche Zellen, aus dem Blutstrom und in das Gehirn gelangen.
Gewissermaßen also ähnlich wie die Berliner Mauer in der Weise, dass die ja auch faktisch unüberwindbar war. Eine Trennscheide zwischen dem Körper und dem Gehirn. Sie wurde uns als Teil der menschlichen Physiologie beigebracht, aber sie war gleichzeitig doch auch absolut vereinbar mit dem unterstellten philosophischen Konzept des Dualismus. Mit der Trennung von Körper und Seele.

Deswegen finde ich es sehr interessant, ich freue mich wirklich darüber, dass im Laufe der vergangenen Jahre mehrere neue Forschungsergebnisse bewiesen haben, dass die Blut-Hirn-Schranke tatsächlich gar nichts mit der Berliner Mauer gemeinsam hat. Dass sie dagegen ziemlich durchlässig ist. Und dass es ständig sehr viel mehr Informationsaustausch gibt zwischen dem Immunsystem des Körpers und dem Nervensystem auf der anderen Seite. Im Buch benutze ich das Bild und vergleiche den Fall der Mauer in Berlin mit dem Fall der „Berliner Mauer der Psyche“.
Dieses konkrete Konzept einer Trennung zwischen Körper und Gehirn durch die Blut-Hirn-Schranke gibt es nicht mehr. Es ist nicht mehr das selbe Konzept wie damals in den 1980er Jahren. Die Verbindung ist sehr viel durchlässiger. Und das erlaubt es uns, sehr viel freier darüber nachzudenken, wie genau Körper und Seele in ein ganzheitliches Verständnis sowohl von körperlichen als auch mentalen gesundheitlichen Symptomen integriert werden können.

VB: Da stimme ich zu. Gestatten Sie mir, einen Gedanken in unser Gespräch einzufügen. Wir sollten nicht vergessen, dass Descartes damals zumindest von einigen seiner Zeitgenossen als Ketzer angesehen wurde, weil er es wagte, diese Idee des Dualismus zu schaffen als eine Art von Antwort auf ein bis dahin sehr strenges Dogma des Christentums. Es ging um die Unversehrtheit des Körpers. Forschung an menschlichen Körpern war verboten. Es galt als Ketzerei. Es bedurfte sehr großen Mutes, das zu wagen. Daher stammt die Idee des Dualismus, wonach die Seele, insbesondere die Seele, einer anderen Instanz entstammt. Mit diesem Gedanken ist es möglich, sich aus der lebensgefährlichen Bedrohung zu befreien, der viele jener frühen Wissenschaftler ausgesetzt waren. Descartes war ein Wissenschaftler in der Weise, dass ihm daran lag, die Dinge, welche er beobachtete zu verstehen und zu beschreiben, indem er ein Modell entwickelte.

Jedoch ging es ihm nicht um „die Wahrheit“. Seine Gegner in der Kirche, sie beanspruchten, im Besitz der Wahrheit zu sein. Descartes war mutig. Die Idee, dass „Wissenschaft“ gleichbedeutend ist mit „Wahrheit“, ist meiner Meinung nach sehr problematisch für das Bemühen um Fortschritt. Wissenschaft ist doch im Kern das Bemühen, Dinge, die wir beobachten, zu verstehen und in einer Weise zu beschreiben, die man nachvollziehen und reproduzieren kann. Als Grundlage für Hypothesen, die man danach bestätigen kann. Wie sehen Sie das?

EB: Ja, das sehe ich ähnlich, ich stimme Ihnen zu! Es ist sehr wichtig, den historischen Kontext all’ dessen zu berücksichtigen. Und zu der Zeit, als Descartes wirkte, war die Hegemonie, die Dominanz des Christentums, in den westlichen Gesellschaften sehr viel stärker ausgeprägt als heute. Und Sie haben auch recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass die erste moderne Anatomie, die erste Obduktion einer menschlichen Leiche erst etwa 50 oder 60 Jahre zuvor stattgefunden hatte. Es war ein absolutes Tabu, es war streng verboten gewesen. Ein religiöses Tabu über tausende von Jahren vor der europäischen Renaissance. Die Arbeit von Vaselius etwa. Das war die erste moderne Anatomie. Ja, insofern war Descartes sehr mutig. Soweit ich weiß, war er jedoch gleichzeitig auch ein frommer Christ. Es ging ihm eben nicht darum, den christlichen Glauben zu leugnen. Doch ich glaube auch, dass es ihm darum ging, mehr Freiraum für ein eher materialistisches Verständnis einiger Aspekte des menschlichen Lebens zu schaffen, ohne das Christliche Ideal der Existenz einer spirituellen Seele zu bestreiten. So ungefähr würde ich die Überlegungen beschreiben, die zu der Idee des Dualismus führten, die wir von Descartes als Vermächtnis empfangen haben.

Ein Cartesianischer Blinder Fleck?

Doch das ist 400 Jahre her. Es war ein ganz anderer historischer und kultureller Kontext. Ich bin der Auffassung, dass wir uns heute in einer Situation befinden, jedenfalls hier in Großbritannien, aber vielleicht auch insgesamt in der westlichen Medizin, in der unsere Denkweisen noch immer erheblich von diesem Dualismus Descartes’ geprägt sind, obwohl sich der historische Kontext, der die Basis seiner Lehre bildete, komplett geändert hat.

Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, dass wir uns fragen: Warum halten wir noch immer an dem Dogma fest, dass Entzündung keine mentale Beeinträchtigung wie Depression hervorrufen kann? Liegt es an dem Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen? Oder liegt es vielleicht daran, dass wir an einem blinden Fleck leiden, ein cartesianischer blinder Fleck, der uns nicht erkennen lässt, dass es sehr wohl eine bedeutsame Verbindung sein könnte? Weil unser Denken sich ohne Grund hat fesseln lassen von dieser philosophischen Vorstellung, die sich hartnäckig im Kanon der westlichen Medizin hält.

VB: Es ist eine faszinierende Unterhaltung, die wir hier führen, und sie darf gerne noch andauern. Aber ich möchte Ihre Zeit nicht über Gebühr beanspruchen. Gestatten Sie bitte noch eine Frage: Sie sagten, es gehe Ihnen nicht darum, zu behaupten, dass jede Depression ihren Ursprung in Entzündungen haben muss. Aber dass auch solche Ereignisse, die mit Depression in Zusammenhang gebracht werden, und meines Wissens auch als mögliche Ursachen von Depression gelten – etwa körperliche oder seelische Misshandlung – die zu Depression führen können. Das haben andere Wissenschaftler gezeigt: Auch solche Ereignisse können einen Effekt haben, der sich als Entzündung im Körper messen lässt. Ich denke hier vor allem an Professor Gabor Maté, der seit vielen Jahren erforscht, wie sich sich insbesondere Kindesmisshandlung und andere Störunge n auch in einem Anstieg von entzündlichen Prozessen im Körper messen lassen. Dass also Traumata solche Entzündungen verursachen können, wenn ich das richtig verstanden habe. Ist das eine Sichtweise, die sie teilen würden?

EB: Ja! Lassen Sie mich in zwei Teilen antworten!
Der erste Punkt, den Sie ansprechen, ist richtig: Entzündung muss nicht jedem Fall von Depression zugrunde liegen. Ich halte das für eine wichtige Klarstellung. Sie betrifft die Frage, weshalb es in den vergangenen 20 Jahren nicht größere Fortschritte gegeben hat in der Behandlung von Depression.

Chancen durch Behandlung von Entzündungen

Meiner Meinung nach ist ein Teil der Antwort, dass wir angenommen haben, Depression sei eine klare Diagnose. Dass also jeder Betroffene aus dem gleichen Grund depressiv geworden ist, und dass es daher auch möglich sei, eine Behandlung zu entwickeln, die quasi als goldene Pille, als Allheilmittel wirken könnte, wodurch jeder Betroffene Besserung erfahren könne. Ein Mittel, das die ganze Welt glücklich macht.

Das ist ein schöner Gedanke, aber das ist meiner Meinung nach völlig unrealistisch. Ich halte es nicht für sinnvoll, anzunehmen, dass Depression eine einzelne Krankheit ist.
Ich glaube, dass es eine ganze Reihe unterschiedliche Wege gibt, die dazu führen können, dass Menschen Depressionen entwickeln. Es könnte sein, dass Entzündung eine wichtige Rolle spielt. Eine wichtige Rolle in der Entstehung von Depression. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde ich sagen, dass etwa ein Drittel aller Patienten mit klinischer Depression auf entzündliche Prozesse zurückzuführen sein könnten.

Das ist bedeutsam: Wir erklären damit nicht alles, aber eine Untergruppe von Patienten mit Depression. Es ist allerdings eine Untergruppe, die man mit Bluttests oder einer anderen Art von biologischem Test identifizieren kann. Man kann entzündliche Proteine im Blut sehr viel leichter messen, als man Serotonin im Gehirn messen kann.

Daher bin ich zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit Tests entwickeln können, die es uns erlauben, diesen Patienten entsprechend zu behandeln, anstatt ihm oder ihr automatisch das Mittel Prozac zu verschreiben, oder ein anderes Antidepressivum, nur weil wir annehmen, dass alles die gleiche Ursache hat.
Zukünftig halte ich es für möglich, dass Ärzte oder Psychiater sagen werden: »Nun, das ist interessant, dass Sie depressiv sind. Ich würde gerne schauen, ob es mit Ihrem Immunsystem zu tun haben könnte. Lassen Sie uns mal Ihr Blut untersuchen und sehen, ob Sie entzündet sind!«

Damit könnte sich die Behandlung in eine ganz andere Richtung entwickeln, etwa könnten anti-entzündliche Maßnahmen für depressive Menschen mit Entzündungsmarkern im Blut mehr Erfolg versprechen, weil die Entzündung der Auslöser sein könnte. So stelle ich mir die Zukunft vor.

Und es wäre meiner Meinung nach ein großer Fortschritt für die Psychiatrie. Es würde auch zu der Entwicklung passen, die dem Großteil anderer medizinischer Fachgebiete Fortschritte gebracht hat. Und ich hoffe, dass wir das innerhalb der kommenden zehn oder zwanzig Jahren auch in der Psychiatrie erleben werden.

Zu dem zweiten Punkt Ihrer Frage bezüglich Stress möchte ich sagen, dass dies aus vielen Gründen faszinierend ist. Wenn Sie sich vorstellen können, dass manche Menschen mit Depression entzündet sind und dass das ein Auslöser für ihre Depression sein könnte, dann liegt doch eine Frage nahe: „Was ist die Ursache dieser Entzündung? Wie ist die Entzündung entstanden, bevor die Depression sich manifestierte?“ Wir wissen seit vielen Jahren, dass unter den Risikofaktoren für die Entstehung von Depression Stress, sozialer Stress, weit herausragt. Etwa vier von fünf Fällen von Depression geht sozialer Stress voraus.

Risikofaktoren für Depression können Entzündungen auslösen

Dabei kann es sich um akuten Stress wie Arbeitslosigkeit oder der Verlust des Partners handeln, es kann sich aber auch um eine andere Form von Stress handeln. Chronischen Stress wie die Pflege für einen Angehörigen. Einen Elternteil oder einen Angehörigen pflegen zu müssen, kann sehr hohen Stress bedeuten. Einige Berufe sind von hohem Stress gekennzeichnet. Der Lehrerberuf etwa ist anerkanntermaßen ein sehr stressiger Beruf für manche.
Diese Arten von chronischem Stress sind vor allem für Erwachsene häufige Erfahrungen. Und dann gibt es natürlich die Stressoren der Kindheit. Also etwa in Armut aufzuwachsen oder Missbrauch ausgesetzt zu sein, oder der Verlust der Eltern, auch nur eines Elternteils bedeutet massiven Stress für ein Kind.

Dies sind allesamt Faktoren von hohem Risiko für die Entstehung von Depression in späteren Jahren. Was die Wissenschaft nun neu erkennt, halte ich für sehr interessant: es sind ebenfalls Ereignisse und Erfahrungen, welche Entzündungen auslösen können. Bleiben wir beim Beispiel von Kindesmisshandlung: Es gibt eine spannende Studie aus Neuseeland, die tatsächlich gezeigt hat: Kinder, die mißbraucht oder mißhandelt worden waren, hatten im Vergleich zu anderen Kindern ein viel höheres Risiko, in späteren Jahren als Erwachsene unter Entzündungen zu leiden und erhöhte Entzündungswerte in ihrem Blut zu haben.

Warum ich das für bedeutsam halte? Weil es erstens die Möglichkeit eröffnet, unsere Denkweise über mentale Erkrankungen zu revidieren, und Welten zusammen zu bringen. Im Kern gibt es die zwei Lager von Psychiatern. Die einen meinen, man sollte sich auf die sozialen Faktoren als Auslöser von Depressionen konzentrieren, und dazu würde natürlich auch Stress zählen. Wir wissen, dass Stress ein Risikofaktor für Depression ist.
Und dann gibt es die mehr biologisch orientierten Kollegen, denen eigentlich egal ist, welche Folgen sozialer Stress wirklich hat, ob es für die Entstehung einer Depression ursächlich war, weil sie die Erkrankung mit einem Medikament wie Prozac behandeln können, welche die körperliche Situation verändert.

Es gibt diese Lagerbildung. Daher glaube ich, dass Belege, wonach Stress die Entstehung von Entzündungen begünstigt, und Entzündungen wiederum die Entstehung von Depression, sehr bedeutsam sind, schon allein deshalb, weil es das gegenseitige Verständnis fördert und ein ganzheitliches Herangehen an das ganze Problem nahelegt.

Es ist eben nicht nur Stress, es ist auch nicht einfach nur Entzündung. Es ist das Zusammenkommen von diesen und anderen Faktoren, welche die Entstehung von Depression nachvollziehbar werden lässt. Das wird langfristig betrachtet entscheidend sein.

Das Immunsystem

Es kann auch aus einem zweiten Grund sehr interessant sein, besser zu verstehen, wie Stress Entzündungen begünstigt: Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist, und spekulativ klingen mag: aber ich halte es für vorstellbar, dass es uns helfen könnte, zu prognostizieren, welche der Kinder, die Missbrauch oder Misshandlung ausgesetzt waren, oder auch Armut, welche dieser Kinder das höchste Risiko einer mentalen Erkrankung im späteren Leben haben werden.
Wird es möglich sein, auf der Basis der Entzündungsreaktion eine solche Prognose zu geben, wie sich Stress auswirkt? Es könnte doch sein, dass das Immunsystem
sich sozialen Stress in der Kindheit in ähnlicher Weise merkt, wie sich das Immunsystem die Kinderkrankheiten merkt, die ja einen biologischen Stress darstellen. Wenn man als Kind einer Infektion ausgesetzt ist, dann merkt sich das Immunsystem diesen Infekt und verhindert das Auftreten im Erwachsenenalter.

Möglicherweise ist dergleichen auch der Fall, wenn man einem sozialen Stress ausgesetzt ist, etwa dem Verlust beider Eltern. Vielleicht hat das Immunsystem auch daran eine Erinnerung, was zu einem erhöhten Risiko führen könnte, später Entzündungen zu erleiden und an Depression zu erkranken.

Wenn es uns gelingt, das herauszuarbeiten, und besser zu verstehen, wäre das natürlich ein riesiger Fortschritt. Sowohl für das Verständnis von mentaler Gesundheit, aber ich glaube, es würde auch eine ganz neue Grundlage bilden für die Prognose und die Früherkennung jener Menschen mit dem höchsten Risiko, je nachdem wie stark sie in der Vergangenheit Stress ausgesetzt waren.

Je besser wir frühzeitig erkennen können, welche Gesundheitsprobleme auf uns zukommen, desto besser können wir auch mentalen Erkrankungen vorbeugen, anstatt sie nur zu behandeln, nachdem sie aufgetreten sind.

VB: Professor Edward Bullmore. Es war ein großes Vergnügen, dieses Gespräch mit Ihnen zu führen! Vielen Dank für Ihre Zeit! Wir sprachen mit Professor Edward Bullmore über sein Buch „The Inflamed Mind“ Es erscheint am 11. März in deutscher Übersetzung im Verlag Goldmann. Der Titel im Deutschen lautet, wörtlich übersetzt, “Die entzündete Seele“ Herzlichen Dank nochmals, Professor Bullmore! Ihnen das Beste!

EB: Ich danke Ihnen! Ich habe das Gespräch sehr genossen und danke Ihnen für die Einladung auf Ihren Blog!

Veröffentlicht von

Uwe Alschner

Uwe Alschner, Dr. phil. M.A., Traumdoc, Big Five for Life® Coach, ist begeisterter Blogger und Coach. Die Beiträge drehen sich vorwiegend um die Themen Eigenverantwortung, Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung.

4 Gedanken zu „Entzündungen als Hauptansatzpunkt für Depression“

  1. Vielen Dank für dieses Interview. Das bestätigt meine Annahme und Beobachtung, dass Entzündungen u.a. für Depressionen Auslöser sein können.

    1. Das kann ich mir nicht vorstellen. Traumata können sowohl Entzündungen auslösen als auch Depressionen. Darüber hat unter anderem Professor Gabor Mate viel publiziert. Depressionen sind ein Syndrom, also eine Gruppe von mehr oder weniger verwandten Symptomen. Sie entstehen aufgrund einer Ursache.

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