»Glyphosat ist das Feindbild schlechthin«

Alles ganz harmlos? Der für Pflanzenschutz zuständige Vorstand der Bayer AG, Liam Condon, hat dem Berliner Tagesspiegel ein Interview gegeben. Auf einer halben Zeitungsseite in der Printausgabe, Grundpreis einer gleichgroßen Anzeige im redaktionellen Teil etwa 20.000 EUR, ist der Manager bemüht, die Bedenken gegen Glyphosat zu zertreuen, das mit der Monsanto-Übernahme wohl umstrittendste Produkt des Chemiegiganten. Bezeichnenderweise betont der Tagesspiegel die Sprachbegabung des gebürtigen Iren. Eine Sprache hat der Beitrag jedoch unerwähnt gelassen, die in den Antworten ganz offensichtlich zum Einsatz gekommen ist: Die Sprache der Verharmlosung. Anlass genug, im Folgenden sieben Korrekturen bzw. Ergänzungen hinzu zu fügen, damit sich interessierte Leser eine eigene Meinung zu Glyphosat bilden können.

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Was Zucker und Tabak gemeinsam haben

Robert Lustig #ZRG2018
Beharrlich ignoriert. Obwohl Dr. Robert Lustig (Vordergrund rechts) direkt in seinem Sichtfeld saß und kurz zuvor die Gefahren von Zucker präsentiert hatte, tat der Repräsentant der Zuckerindustrie (links) auf dem Podium des Zucker-Reduktions-Gipfels der AOK so, als gebe es nicht eindeutige Belege, die eine Regulierung von Zucker dringend nahelegen.

Weil die Kosten für die Behandlung von Krankheiten wie Diabtes, Herzinfarkt, Krebs oder Alzheimer immer weiter steigen und die Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme bedrohen, kommt der Prävention eine immer größere Bedeutung zu. Auch die Krankenkassen Gesundheitskassen haben erkannt, dass die Steigerung von Versichertenzahlen nur dann Sinn macht, wenn die Kosten pro Versicherten nicht schneller steigen. Zucker enthält bereits nach landläufiger Meinung „leere Kalorien“ ohne weiteren Nährwert und wird mit Übergewicht, Diabetes und schlechter Zahngesundheit in Verbindung gebracht. Um den Zuckeranteil in Lebensmitteln und damit das Risiko von Folgeerkrankungen zu senken, hat der AOK-Bundesverband in dieser Woche in Berlin den 2. Zucker-Reduktions-Gipfel #ZRG2018 ausgerichtet. Was Zucker und Tabak gemeinsam haben weiterlesen

Gefahren durch Mobilfunk systematisch heruntergespielt?

Lange habe ich überlegt, dieses Stück nicht zu schreiben. Zuallerst: Dies ist das Vitalstoff-Blog und kein Blog für Gesundheitsgefahren. Zum zweiten: Ich bin ein bekennender Fan von Handies. Jedenfalls war ich das bisher. Und habe die Fortschritte der technischen Entwicklung in diesem Bereich selbst in Form von Produktivitätszuwachs genossen. Mit zunehmender Dauer allerdings wandelt sich dieses Bild und die Schattenseiten dieser Entwicklung treten für mich immer stärker zutage: Ständige Erreichbarkeit und daraus resultierender Streß. Idealisierung dieses Fortschritts durch die nächste Generation mit zunehmendem Zwang, jede technische Neuerung nachvollziehen und besitzen zu müssen. Et cetera, et cetera …
Wie dem auch sei: Angeregt durch eine spannende Sendung von erneut Layna Berman, die sich selbst und ihre Sendung „Your Own Health and Fitness“ als „kritische und unabhängige Stimme“ bezeichnet, die „nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch eure (Informations-)Freiheit“ schützt“, habe ich mich entschlossen, Information nicht für mich zu behalten, sondern sie zu teilen. Es ist Information, die mich besorgt, weil sie unterstellt, es könnten systematisch Informationen unterdrückt worden sein, die eine Gefährlichkeit von Mobilfunk-Telefonen und -Anlagen zeigen. Diese Aussage stammt von Dr. Devra Davis, Autorin des Buches Disconnect. Sie hat lange geforscht und ein spannendes Buch veröffentlicht, in dem klare Empfehlungen von Wissenschaftlern erscheinen: Halten Sie ihr Mobiltelefon nicht an den Kopf, weil die elektromagnetische Strahlung eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung sein kann. Überraschenderweise sagen dies sogar die Hersteller!

Vitalstoffe haben keine Lobby

Es klingt dramatisch: Wenn nicht bis zum 31. August gehandelt werde, könnten Vitalstoffe in Deutschland zukünftig nur noch auf dem „grauen Markt“ bezogen werden. Es klingt wie ein Krimi: die Sommerpause habe das Ministerium für Verbraucherschutz genutzt, um „ohne Öffentlichkeit“ eine überflüssige und europarechtlich nicht notwendige Änderund des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches LFGB auf den Weg zu bringen. Die Einspruchsfrist gegen die Gesetzesänderung laufe am 31. August 2010 ab. Stimmt das?
Ganz so schnell schiessen die Preußen nicht, auch nicht im schwarz-gelb regierten Berlin. Die Sache ist vielmehr typisch: Vitalstoffe haben keine Lobby in Deutschland!

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