Gefahr fürs Herz durch Kalzium?

Da ist sie wieder. Die Nachricht, auf die wir alle gewartet haben: Kalziumgaben sind gefährlich und können zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Das jedenfalls will eine Studie herausgefunden haben, die im renommierten British Medical Journal veröffentlicht wurde. Und auf der anderen Seite ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO dazu auf, das Trinkwasser mit Kalzium anzureichern. Zwei Beispiele für schlechte wissenschaftliche Arbeit! Denn Kalzium ist weder gefährlich, noch ein Allheilmitel. Kalzium ist ein Mineral – und sollte nie isoliert eingenommen werden!
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Was lange währt …

Wer Neues erschaffen will, hat alle zum Feind, die aus dem Alten Nutzen ziehen!

Das Zitat von Niccolo Machiavelli ist rund fünfhundert Jahre alt – und hat doch nichts von seiner Aktualität verloren. Wer sich für Vitalstoffe interessiert, gar Wissen über die Bedeutung der Mikronährstoffe verbreitet, kommt einer Milliarden schweren Industrie in die Quere. Und doch gelingt es nicht, die Erkenntnisse über die überragende Bedeutung einer optimalen Versorgung des menschlichen Körpers mit den Vital-Stoffen, ohne die unser Stoffwechsel schleichend kollabiert, dauerhaft zu unterdrücken. Was lange währt … weiterlesen

Ein Pionier der Vitamin D – Forschung

Ich bin ein Vitalstoff-Fan. Das ist bekannt. Als solcher habe ich natürlich auch den Podcast „LPI on Health“ des Linus-Pauling-Instituts der Universität von Oregon (Oregon State) abonniert. Die Redaktion des Podcasts hatte anlässlich der Konferenz ein Interview mit dem diesjährigen Preisträger der Linus-Pauling-Medaille Prof. Michael Holick vom Boston Medical Center geführt. Die LPI-Podcasts sind jeder für sich wirklich erstklassing. Doch dieser war jede seiner 18 Minuten ein einsamer Genuß! Ich dokumentiere gerne auch die Abschrift dieses beeindruckenden Beweises wissenschaftlicher Exzellenz!

Was mich wirklich beeindruckt ist die Ruhe und Sachlichkeit, in der Prof. Holick darlegt, warum Vitamin D, das nur Vitamin genannt wird, tatsächlich aber ein Hormon ist, so eminent wichtig für die menschliche Gesundheit ist. Es ist ganz maßgeblich auch seinem mehr als dreißigjährigem Wirken zu verdanken, dass inzwischen ein Umdenkprozess eingesetzt hat. Über die sich wandelnde Haltung habe ich hier bereits anlässlich des Ersten Hohenheimer Ernährungsgespräches berichtet.

Lange galt Vitamin D als fettlöslicher Vitalstoff als gefährlich. Tatsächlich ist die Vitamin-D-Vergiftung die seltendste Diagnose der Welt! Demgegenüber stehen Erkenntnisse, wonach rund 1,5 Milliarden Menschen, also ein Viertel der Weltbevölkerung an einem Vitamin-D- Mangel leiden.

Forscher wie Dr. Holick machen dafür unter anderem die Massivität von Dermatologen verantwortlich, die „seit mehr als 40 Jahren vor den Gefahren der Sonnenstrahlung“ warnen. Holick, der dafür vor fünf Jahren aus der dermatologischen Abteilung der Boston Medical Center zurücktreten musste, blieb seiner Haltung treu, die er auf unzählige Studienergebnisse stützt. Ein Lichtschutzfaktor 30, der heute zum Standard geworden ist, fängt jedoch 99 Prozent aller Vitamin D-produzierenden Sonnenstrahlen ab. Holick plädiert für regelmässigen, moderaten Sonnenlicht-Kontakt an Armen und Beinen für rund 15 bis 30 Minuten zwischen 10 und 15 Uhr am Tag. Erst danach sollte Sonnenschutz aufgetragen werden. Natürlich hält Holick nichts von exzessivem Sonnenbaden. Sonnenbrand muss vermieden werden! Eine ihm unterstellte Nähe zur Sonnenstudio-Industrie weist Holick zurück. Vitamin D-Level im Blut können im Winter sichergestellt werden, wenn es im Frühjahr, Sommer und Herbst genug Vitamin D gibt, was im Körperfett gespeichert und bei Bedarf abgegeben werden kann.

Solch moderater Kontakt zur Sonne und ausreichende Vitamin D-Versorgung (Holick selbst nimmt 2000 I.E. Vitamin D pro Tag und empfiehlt 1000 I.E. für Kinder), mindern nicht nur das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, sondern auch für zahlreiche andere Zivilisationserkrankungen, betont Dr. Holick. Vor allem Schwangere sollten darauf achten, ausreichend mit Vitamin D versorgt zu sein.

Nährstoffmangel auch in Deutschland

Eine Fachkonferenz an der Universität Stuttgart-Hohenheim hat sich im Rahmen des Ersten Hohenheimer Ernährungsgespräches unter der Leitung von Prof. Dr. Hans K. Biesalski mit der Frage beschäftigt, ob die Vitamin D -Versorgung in Deutschland zufriedenstellend ist. Klare Antwort der Experten: Sie ist es nicht! Weder bei Risikogruppen, noch bei der Allgemeinbevölkerung. Da Vitamin D hauptsächlich über die Einwirkung von Sonnenlicht auf der Haut gebildet wird, kommt es gerade aber nicht nur im Winter zu deutlichen Mangelerscheinungen. Die Experten raten dringend dazu, angesichts der Bedeutung von Vitamin D für die körpereigene Immunabwehr, den Knochenbau, der Anfälligkeit für u.a. Multipler Sklerose, Depression, Diabetes I, Herzinsuffizienz müssen generelle Zufuhrempfehlungen dringend überarbeitet werden, forderte die Konferenz. Die ausführliche Pressemappe der Konferenz finden Sie hier als PDF.
Die Reihe wird fortgesetzt und verspricht insgesamt eine deutliche Belebung der Diskussion über die Ernährungssituation in Deutschland.