Die Folgen von Falsch Positiven

Gastbeitrag von Howard Steen & Saji Hameed

Nachdem sich seit langem Kritik aus der Wissenschaft und medizinischen Praxis am PCR-Test zum Nachweis von Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus artikuliert hat, hat nun ein hochkarätiges, internationales Konsortium von Wissenschaftlern mit einer ausführlichen Überprüfungsarbeit (Peer-Review) des im Januar von Wissenchaftlern unter Leitung von Professor Christian Drosten publizierten und unmittelbar von der WHO als Vorlage zum Nachweis des Virus empfohlenen Fachaufsatzes aus der Zeitschrift „Eurosurveillance“ der ECDC fundierte Kritik an dem Testverfahren und auch an nicht erklärten Interessenkonflikten einiger Autoren formuliert und die Zeitschrift aufgefordert, den Aufsatz wegen fachlicher Mängel zurück zu ziehen. Die zahlreichen sowohl „methodischen als auch molekularbiologischen Mängel“ führen nach Auffassung des Wissenschaftler-Konsortiums dazu, dass der Test aufgrund dieser Fehler ein unvertretbar hohes Risiko für falsch positive Testergebnisse birgt. Bereits aus der Vergangenheit sind Beispiele für Laborpandemien bekannt, die aufgrund von falsch positiven Testergebnissen entstanden sind. Damit befasst sich der folgende Gastbeitrag:

TEIL 1: HINTERGRUND (Howard Steen)

Im Januar schien es, als stünde die Welt vor einer unmittelbar bevorstehenden Epidemie, die durch ein tödliches neues Virus verursacht wird, und als sei eine schnelle Reaktion auf der Grundlage der notgedrungen begrenzten Daten von größter Bedeutung, um eine mögliche globale Katastrophe abzuwenden. Eines der wichtigsten Instrumente in diesem Kampf, um das Virus nachzuweisen, zu isolieren und zu unterdrücken, ist der PCR-Test. Die Berliner Charité unter der Leitung von Prof. Drosten erkannte schnell den extremen Ernst der Lage und entwickelte das erste PCR-Testprotokoll zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus in Rekordzeit. Dieses wurde auch gleichzeitig von der WHO ausgewählt und empfohlen und wurde weltweit zur ersten Verteidigungslinie.

Elf Monate nach Beginn der Pandemie haben wir nun viel mehr über das Virus und die Vielzahl der PCR-Testvarianten gelernt, die durch das Corman-Drosten-Protokoll möglich wurden. Die Mängel des Testprotokolls sind immer deutlicher zutage getreten, und unser Nachprüfungsbericht geht auf diese enormen Bedenken ein.

Zusätzlich alarmierend und besonders relevant für dieses Argument, da der PCR-Test sich auf alle Ebenen der globalen Gesellschaft ausgewirkt hat, wie es vielleicht noch kein Test je zuvor getan hat, sind die unvorhergesehenen Folgen, die durch den Anstieg der PCR-Fälle verursacht werden. Mehr als einhundert Regierungen haben diese Ergebnisse genutzt, um beispiellose Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragung anzuwenden, wie z.B. Lockdowns, die sich irreversibel auf Millionen von Menschenleben und Existenzgrundlagen ausgewirkt haben, und direkte Angriffe auf die Grundrechte und persönlichen Freiheiten der Menschen, was zu katastrophalen Schäden für ganze Volkswirtschaften geführt hat.

TEIL 2 – FOLGEN (Saji Hameed)

In der Literatur über PCR-Tests ist bekannt, dass es viele Gefahren gibt, wie z.B. operationelle falsch-positive Ergebnisse, die zu Fehlinterpretationen der Testergebnisse führen können. Aus diesem Grund wird von Kurkela et al. [1] empfohlen, dass die PCR immer nur in Verbindung mit einer klinischen Diagnose der Infektion aufgrund von Symptomen eingesetzt werden sollte. Nicht zuletzt gibt es dokumentierte Fälle von Fehlinterpretationen, die zu Phantom-Pandemien geführt haben, wie z.B. der Ausbruch der Atemwegserkrankungen in den Jahren 2004-2006, die fälschlicherweise durch den Einsatz von PCR-Tests auf Keuchhusten zurückgeführt wurden [2].

Es ist zu beachten, dass diese Gefahren durch den forcierten Einsatz der PCR im industriellen Maßstab für das Screening der Gesamtbevölkerung vervielfacht werden. Um dies zu relativieren, beschreibt das Corman-Drosten-Papier, wie 4 von 310 untersuchten Proben in den kontrollierten und erstklassigen Speziallaboreinrichtungen des Charité-Instituts falsch positiv ausfielen (d.h. eine Rate von 1,2%). Übertragen auf den jüngsten Stand in den USA (CDC-Bericht vom 21. November 2020 mit einer Gesamtzahl von 178,1 Millionen durchgeführten Tests) bedeutet dies, dass mindestens 2,3 Millionen Menschen fälschlicherweise als „mit Covid-19 infiziert“ bezeichnet werden, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Aber angesichts der im vorigen Abschnitt dargestellten Fehler ist die tatsächliche falsch-positive Rate unbekannt, und daher müssen 2,3 Millionen als ein Minimum-Schätzwert betrachtet werden; die beklemmende Realität dürfte also in Wirklichkeit viel größer sein.

  1. Die Zahl der PCR-Tests nimmt täglich zu, was zu einer Rekordzahl von PCR-Positiven führt. Regierungen und Presseorgane zitieren diese täglich und verwenden sie zur Rechtfertigung ihrer individuellen Vorgehensweise. Im Folgenden sind einige der Konsequenzen dieser Politik aufgeführt: Die Fehldiagnose von PCR-Positiven als Infektionen hat in der Vergangenheit zu „Laborpandemien“ geführt, die in der Regel durch eine fehlende Übereinstimmung zwischen positiven PCR-Testergebnissen und Todesfällen gekennzeichnet sind. Ein relativ neues Beispiel war der Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 [3];
  2. Flächendeckende Lockdowns wurden weltweit eingeführt und in vielen Fällen von Regierungen ohne vorherige Sorgfaltsprüfung und Kosten-Nutzen-Analyse auf unbestimmte Zeit verlängert. Die weitreichenden und katastrophalen Auswirkungen dieser nicht evidenzbasierten Maßnahmen werden mittlerweile überdeutlich: Menschliche Auswirkungen, um nur einige zu nennen, sind u.a.: a) Auswirkungen auf die psychische Gesundheit einschließlich einer Zunahme von Selbstmorden [4]; b) abgebrochene oder verzögerte notwendige Krankenhausbehandlungen (z.B. Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes usw.); c) Todesfälle unter älteren Menschen aufgrund der Trennung von geliebten Menschen; d) menschenunwürdige Isolation und Absonderung älterer Menschen in einer Lebensphase, in der sie den Kontakt zur Familie am meisten benötigen; Zunahme von Totgeburten.
Darstellung des Laborpandemie-Effekts in der vermeintlichen zweiten Welle der Schweinegrippe-Epidemie 2009 (UK Health Protection Agency)

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht weniger verheerend;

a) Lockdowns haben zu einer vorläufigen finanziellen Katastrophe geführt, deren Auswirkungen bereits als drei- bis viermal größer eingeschätzt werden als die der Finanzkrise von 2008, während die längerfristigen Auswirkungen unbekannt sind [5];

b) Der Verlust von Zukunftschancen für die junge Generation wurde von UNICEF [6] deutlich vor Augen geführt;

c) Die Weltbank hat erklärt, dass aufgrund der Pandemie-Maßnahmen 88-115 Millionen Menschen im Jahr 2020 in extreme Armut geraten werden, wobei die Gesamtzahl bis 2021 auf 150 Millionen ansteigen wird [7];

  1. Die Anwendung von Lockdowns und der Glaube an Nicht-Pharmazeutische Interventionen, deren Wirksamkeit nicht erwiesen ist in Verbindung mit dem Auftreten der „Laborpandemie“ Phänomene, die durch PCR-Tests ermöglicht werden, hat Regierungen weltweit ermutigt, ihre Bevölkerungen für die Einhaltung zunehmend bizarrer und unlogischer Beschränkungen massiv einzuschüchtern. Der Einsatz psychologischer Techniken zur Durchsetzung dieser Einschränkungen umfasst: a) die absichtliche Verstärkung von Angsttaktiken über die Medien, um die Einhaltung der Einschränkungen zu gewährleisten, b) den exzessiven Einsatz von Polizei- und Militärgewalt, um eine Atmosphäre unmittelbarer Lebensgefahr zu schaffen, c) Suggestionen über die schrecklichen Folgen der Nichteinhaltung, um Angst zu schüren, einschliesslich der Traumatisierung von Kindern, dass sie ihre Oma anstecken und töten könnten, d) Die UNO hat vor der Tendenz einiger Regierungen gewarnt, die Ausrufung des Notstands als Deckmantel für repressive Massnahmen zu missbrauchen [8];
  2. Verlust von Demokratie und Menschenrechten: Viele Menschenrechte, wie sie in den Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948 [9] verankert sind, werden als direkte Folge neuer, durch PCR-Testergebnisse gerechtfertigter Sperrmaßnahmen ausgehöhlt oder einfach ignoriert. Die Liste umfasst: a) das Demonstrationsrecht, b) die Meinungs- und Redefreiheit (Artikel 18), z.B. prominente Wissenschaftler, die wegen der Äußerung von Meinungen und Ideen zensiert werden, c) die Pressefreiheit, d) die Bewegungsfreiheit, e) die Gewerbefreiheit, f) die Einschränkung der Wahlfreiheit der Verbraucher, g) die Einschränkung des Zugangs zu Bildung, h) die Einschränkung des Zugangs zu medizinischer Behandlung/Wahlfreiheit, menschenunwürdige Behandlung (Artikel 5), z.B. ältere Menschen, die vernachlässigt und allein gelassen werden, um in Pflegeeinrichtungen zu sterben.

TEIL 3 – SCHLUSSFOLGERUNG (Howard Steen)

Der PCR-Test ist für sich allein genommen in der Lage, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, indem nur ein Teil der Nadel nachgewiesen wird. Es ist jedoch wichtig, die Grenzen dieses Tests zu erkennen: Er ist als diagnostischer Test für den Einsatz in Labors des öffentlichen Gesundheitswesens unbrauchbar.

Wie können wir das Leben von Millionen von Menschen schützen, um die es hier geht? Ist es nicht unsere Verantwortung, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, auch wenn dies bedeutet, dass wir frühe Fehltritte korrigieren müssen?

Dies scheint ein entscheidender Moment zu sein, und die Blicke der Weltöffentlichkeit sind auf uns gerichtet. Liegt es nicht in unserer Verantwortung, dieser Zeit mit Demut zu begegnen und uns des Vermächtnisses bewusst zu sein, welches wir hinterlassen?

Vor dem Hintergrund unserer Revision des im Corman-Drosten-Papier beschriebenen Testprotokolls zur Identifizierung von SARS-CoV-2 haben wir besorgniserregende Fehler festgestellt. Wie lässt sich die weitere Verwendung des Testprotokolls nach diesen Erkenntnissen rechtfertigen? Sollten wir angesichts des Wissens um den Missbrauch und die Fehlinterpretation von Testergebnissen auf einem globalen Maßstab nicht auch den Beitrag dieses Tests zu jenen erschreckenden Konsequenzen bedenken?

Die Verantwortung dafür, welche Testprotokolle veröffentlicht und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, liegt ganz klar in den Händen von Eurosurveillance. Eine Entscheidung, die im Corman-Drosten-Papier aufgezeigten Fehler anzuerkennen, hat den Vorteil, die menschlichen Kosten und das menschliche Leid für die Zukunft stark zu minimieren. Ist es nicht im besten Interesse von Eurosurveillance, dieses Papier zurückzuziehen?

Aus dem Englischen übersetzt von Uwe Alschner

REFERENZEN:

[1] Kurkela, Satu, and David WG Brown. “Molecular-diagnostic techniques.” Medicine 38.10 (2009): 535-540.

[2] Outbreaks of Respiratory Illness Mistakenly Attributed to Pertussis — New Hampshire, Massachusetts, and Tennessee, 2004–2006
https://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm5633a1.htm

[3] 2009 press Releases. Health Protection Agency (UK). 24th December 2009. Archive: https://web.archive.org/web/20091224065403/http://www.hpa.org.uk/HPA/NewsCentre/NationalPressReleases/2009PressReleases/

[4] BBC, COVID-19: Lockdown had Major Impact on ‘Mental Health’:
https://www.bbc.com/news/health-54616688

[5] Economic Consequences of COVID-19: https://www.copenhageneconomics.com/dyn/resources/Publication/publicationPDF/0/530/1585835646/copenhagen-economics_economic-consequences-covid-19.pdf

[6] Coronavirus: UNICEF warns of ‘lost generation’ as virus hits children’s services: https://www.dw.com/en/coronavirus-unicef-warns-of-lost-generation-as-virus-hits-childrens-services/a-55657691

[7] COVID-19 to Add as Many as 150 Million Extreme Poor by 2021: https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2020/10/07/covid-19-to-add-as-many-as-150-million-extreme-poor-by-2021

[8] COVID-19: States should not abuse emergency measures to suppress human rights – UN experts:
https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=25722

[9] Universal Declaration of Human Rights:
https://www.un.org/en/universal-declaration-human-rights/

Veröffentlicht von

Uwe Alschner

Uwe Alschner, Dr. phil. M.A., Traumdoc, Big Five for Life® Coach, ist begeisterter Blogger und Coach. Die Beiträge drehen sich vorwiegend um die Themen Eigenverantwortung, Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung.

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